Text-Bild-Ansicht Band 37

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183) Er zeigt, daß der Umstand, daß Runkelrübenzuker specifisch leichter, und daher, in gleichem Volumen, weniger zukerhaltig ist, bloß von dem Verfahren bei dem Raffiniren abhängt, und bei demselben Verfahren auch bei dem Rohrzuker Statt hat. Nur wenn man vom raffinirten Zuker zum Rohzuker übergeht, findet man verlässige Kennzeichen, durch welche man diese beiden Arten von Zuker beinahe immer mit Sicherheit unterscheiden kann. Der Rohr-Rohzuker hat meistens einen gewissen Gährungsgeruch, welcher dem Runkelrüben-Rohzuker fehlt. Dieser hat dafür einen etwas scharfen Nachgeschmak, oder einen alkalischen oder säuerlichen Nachgeschmak, und in keinem Falle den honigartigen Nachgeschmak des Rohrzukers, außer wenn man ihm denselben besonders mittheilt. Außer diesen beiden durch unsere Sinne wahrnehmbaren Unterschieden gibt es aber noch zwei verschiedene Verfahrungsweisen, um beide Arten von Zuker von einander zu unterscheiden.

1stes Verfahren. Man nimmt 1 Theil des zu untersuchenden Zukers, und 6 bis 7 Theile Salpetersäure von 25°, wie zur Bereitung

183)

30 Jahren die Assignate, die Bancozettel, die Arrosirungen etc. auswendig zu lernen gaben, verwandeln sie, den alten Alchymisten gleich, ihr Gold und Silber in Lumpenwaare, in Loose, Bons, Coupons und wie dieser Tand aller heißt, um etwas zu spielen zu haben. Sie haben die Staatsbankerotte vergessen, die im Osten und Westen und im Süden gemacht wurden; sie haben die erste Regel in jedem Spiele vergessen: daß immer nur der Eigenthümer der Spielbank gewinnt, und daß, wenn ja ein günstiger Zufall, der unter 1000 Millionen Mal sich ein Mal zuträgt, alles Geld in die Hand eines Einzigen oder weniger Einzelnen unter den Spielenden gebracht hat, dieser Spieler, oder diese Spieler in so fern sie mit dem Gelde der Fürsten und Völker spielen, eben so gut und sicher ein Va trône! oder Va carte! als der glükliche Spieler an einer Spielbank ein Va banque! spielen können. Es ist auch übrigens weit leichter von dem augenbliklichen Steigen und Fallen der Lumpenwaare Vortheile zu ziehen, als von dem stäten Steigen der Industrie: jenes kann buchstäblich spielend, mit aller Faulheit und Bequemlichkeit, geschehen, dieses nur mit Mühe und Arbeit. Daher finden wir auch das Börsespiel nur in jenen Ländern in seinem rollen Umschwunge, wo mehr Lässigkeit und Faulheit, als Thätigkeit und Betriebsamkeit im Charakter des Volkes liegt, wo mehr gehandelt, gekrämert und geschachert wird, als gearbeitet. Das arbeitsame gewerbfleißige Sachsen hat seine vielen vielen Millionen in seinen Fabriken, in seinen Schafheerden steken; es hat keine Bank und seine ehrwürdigen Banquiers zu Leipzig, durch deren Hände zur Meßzeit Millionen laufen, besizen selbst theils Fabriken, theils trefflich verwaltete Landgüter. Die Leipziger Curszettel machen kein solches Hummelgesumme unter den deutschen Arbeitsbienen, wie die Augsburger und Frankfurter. Es liegt etwas im Charakter der Völker selbst, so wie im Charakter der einzelnen Menschen, was sie zu industriellen oder zu commerciellen Unternehmungen mehr geneigt und geeignet macht. Wo mehr Egoismus, mehr Faulheit und Leichtsinn, und doch zugleich mehr Habsucht vorherrschend ist, finden wir Kaufleute, Krämer, Banquiers ohne Ende; wo mehr Regsamkeit, Betriebsamkeit, Sparsamkeit und Nüchternheit, mehr geistiges Leben, mehr Bürgersinn als Kosmopolitismus herrscht, finden wir mehr Landwirthe und Fabrikanten. In dem Gefühle ihrer eigenen Kraft, sich im Schweiße ihres Angesichtes durch die Geschiklichkeit ihrer Hände und die Talente ihres Geistes nähren zu können, in dem Gefühle, daß die Kaufleute nur durch sie zum Theile das sind, was sie sind, sehen sie mit jener Verachtung auf diese herab, mit welcher jeder rechtliche Mann den müßigen Hazardspieler, den Wucherer und Schacherer betrachtet, während die Kaufleute und die Banquiers von den Pavillons ihrer epikuräischen Gärten aus mit einem Anstriche von einer Art epikuräischer Weisheit und höherer Weltkenntniß auf die Fabrikanten als auf die „schweinische Heerde“ herabbliken, die sie so oft unter ihre Scheere nehmen können, als es ihnen beliebt. Wo ein Landwirth als wohlhabender Güterbesizer nur für einen Bauer gilt; wo der Edelmann, der auf seinem väterlichen Gute die Cultur des Landes mehr fördert, als den Glanz der Hauptstadt, als Landjunker verachtet ist von den Edlen seines Ranges, wo der Fabrikant, selbst wenn er reicher ist, als der Hr. Minister, und mehr Tausende nährt und glüklich macht, als dieser unglüklich, wo der Fabrikant nicht mehr geachtet ist, als der gemeinste Handwerker; da wird Landwirthschaft immer darnieder liegen. A. d. U.