Text-Bild-Ansicht Band 37

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in den Händen der Engländer, Franzosen und Amerikaner. Die Engländer, als Besizer der Insel, sind die einzigen, welche daselbst bleibende Niederlassungen besizen. Die Franzosen dürfen nur an der nördlichen Küste von Cap St. Jean, 50° N. B., bis zur Straße Belle-Isle und an der Westküste bis Cap Raye, 45° ⁵⁰', N. B., fischen und Hütten aufschlagen, um ihre Fische an der Küste zu troknen. Sie haben auch noch die Inseln St. Pierre und Miguelon. Die Amerikaner können, gemeinschaftlich mit den Engländern, an der südlichen Küste fischen, und daselbst troknen, dürfen jedoch keine bleibende Stätte auf der Insel errichten. Indessen halten sie durch ihre Thätigkeit und bei ihrer nahen Nachbarschaft mit dem Mutterlande Concurrenz mit den Engländern, und übertreffen die Franzosen. Jedes dieser drei Völker versieht seinen Staat mit seinem Bedarfe an Stokfischen, da die Einfuhr fremder Stokfische in jedem dieser Länder verboten ist. Die Amerikaner versorgen indessen die französischen Colonien in den Antillen, Martinique und Guadeloupe, mit Stokfischen, weil sie dieselben besser zuzubereiten wissen, so daß sie dem heißen Klima zu widerstehen vermögen. Sie würden den Engländern und den Franzosen in ihrem eigenen Lande die Concurrenz abgewinnen, wenn die Einfuhr erlaubt wäre. Ihre Regierung ermuntert sie durch Prämien von 3 1/2 – 4 Dollars für die Tonne. Ueberdieß erhält der Amerikaner: noch 20 Cents (1 Franc 5 Centim.) Entschädigung für jedes Fäßchen gesalzenen Stokfisches, wenn er beweisen kann, daß er fremdes Salz dazu brauchte und verzollte. Amerika braucht für sich jährlich 55,000 Tonnen Stokfisch, und beschäftigt bei dem Fange derselben 8000 Matrosen. Es führt 260,000, im Werthe von 3,500,000 Franken, aus. Die Amerikaner haben keine sogenannten grünen Stokfische (morve verte); sie fahren die Stokfische, die sie auf der großen Bank fangen, nach der ersten Salzung am Borde, nach Hause, und troknen sie daselbst auf Hürden. Die Schiffe für die Bankfischerei halten 70 bis 90 Tonnen und 8 bis 10 Mann. Sie kommen Anfangs März und arbeiten bis October, während welcher Zeit sie 2 bis 3 Mal mit ihrem Fange heimfahren. Sie haben Kabel von 160–180 Klafter Länge, und müssen ihre Segel immer eingezogen halten, weil sie im freien Meere vor Anker liegen. Sie müssen ihren Köder (die palourdes) theuer bezahlen, und Tag und Nacht arbeiten. Sie fischen aus einer Tiefe von 45 bis 55 Klafter. Dem gefangenen Fische wird der Kopf abgehauen, er wird ausgeweidet, gesalzen und kommt in den Kielraum; er ist also der Gefahr des Verderbens ausgesezt. Wenn die Ladung groß genug geworden ist, wird heimgefahren, und die Fische werden daselbst neuerdings gesalzen und getroknet. Allein, ehe dieß geschehen kann, ist ein guter Theil derselben weich geworden, schlecht geworden, und muß als sogenannter Jamaica-Stokfisch