Text-Bild-Ansicht Band 37

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Als eine Nachahmung dieser Gesellschaft bildete sich nun die Union encyclopédique pour la propagation des connaissances utiles zu Paris unter Hrn. Builly de Merlieux. Das Conseil de perfectionnement dieser Gesellschaft besteht aus 60 Mitgliedern, und 120 Hülfsmitgliedern aus den ausgezeichnetesten Gelehrten gewählt, welche bei der Bearbeitung der einzelnen Werke über jede Wissenschaft und Kunst den Vorsiz führen. Die Sammlung aller dieser Verke führt den Titel: Bibliothèque universelle, und umfaßt die eigentlichen Wissenschaften (Sciences), die schönen Wissenschaften und Künste (Lettres et Beaux-Arts), die nüzlichen Künste (Arts industrieles, manufactures et Métiers), Geschichte (l'Histoire), Geographie und Reisen (Géographie et Voyages).

Ein Recueil mensuel, unter dem Titel Mémorial Encyclopédique in welchem die täglichen Fortschritte des menschlichen Geistes verzeichnet werden, dient als Supplement und Folge dieser Bibliothek.

Die ersten Subscribenten zahlen für den Band nur 2 Frank. Statt 3 1/2 Franken; sie erhalten ferner 3/4 des Ertrages der Unternehmung, welcher, wenn diese Unternehmung 6 Mal schlechter gelingen sollte, als die Londoner, jedem Mitgliede eine Bibliothek von 300 Bänden ohne alle Auslage und noch 100 Franken Jahresrate sichert. Die Subscribenten sind also Actionnäre, haben aber nur bei der Erscheinung eines jeden Bandes 2 Franken zu bezahlen194).

Ein detaillirter Prospectus, so wie die Form der Subscription, wird jedem unentgeldlich mitgetheilt, der sich in frankirten Briefen aux Bureaux de la direction de l'Union encyclopédique, rue du Jardinet, Nr. 8. nach Paris wendet.

Es läßt sich nicht erwarten, daß in Deutschland eine ähnliche Gesellschaft von Gelehrten sich bildet. Es wäre jedoch zu wünschen, daß eine Gesellschaft von Buchhändlern sich zu diesem menschenfreundlichen Zweke vereinigte, und die Werke der englischen und französischen Union für das deutsche Volk von tüchtigen Gelehrten umarbeiten, und unter demselben zu den möglich niedrigsten Preisen in Umlauf sezen ließe. Sie würde dabei nicht schlecht fahren. Je wohlfeiler ein Werk, desto mehr findet es Käufer: ein kleiner oft wiederkehrender Gewinn trägt eben so viel, als ein spärlich kommender größerer; so rechnen die Israeliten sehr weise und auch die Philister auf der Insel.

Fortschritte der Temperance Society (Gesellschaft zur Verminderung des Brantweintrinkens) zu Edinburgh.

Diese höchst achtbare Gesellschaft, die ursprünglich aus Nordamerika ausging, hielt Anfangs Junius ihre erste Jahressizung. Als Beweis, wie wohlthätig diese Gesellschaft auf das physische und moralische Wohl ihrer Mitglieder wirkt, mag der Umstand dienen, daß in einem einzigen Markte, Duntocher, in den lezten 4 Monaten, die Einnahme des Brantweinaufschlägers wöchentlich um 100 bis 120 Pfd. (1200 bis 1440 fl.) weniger betrug, als ehevor. (Edinb. Cour. Galign. N. 4765.)

Gedeihen der amerikanischen Canal- und Dampfschifffahrt.

Es ist. unglaublich, mit welcher Schnelligkeit die nordamerikanischen Dampfbothe fahren: man rechnet für sie 18 engl. Meilen auf die Stunde. Die Philadelphier fahren 40 engl. Meilen in 2 Stunden 15 Minuten. Der Schuyl-hill Canal ist noch nicht ganz vollendet, und tragt jährlich schon 150,000 Dollars Zoll, und 160,000 Ctr. Anthracitkohlen. Auf diesem Canale fährt man von Philadelphia nach Baltimore, 126 engl. Meilen, in ungefähr 11 Stunden. (Scotsman. Galignani. 4767.)

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So eben sehen wir aus der Allgem. Zeit. A. O. B. Nr. 80, daß die Congregation am Montrouge sich mit den Armeniern (der Kongregation der Muhitaristen) zu Wien, die daselbst eine eigene Drukerei besizen, vereinigte, um nach demselben Plane, wie Brougham und Bailly nüzliche Kenntnisse unter dem Volke verbreiten, Asceten und Missionsschriften in Umlauf zu sezen. Wenn die Armenier, die so feine Rechenmeister sind, bei diesem Plane ihre Rechnung finden, so würden sie auch die Buchhändler finden, wenn sie auf dieselbe Weise nüzliche Werke unter den Land- und Gewerbsleuten verbreiteten. A. d. U.