Text-Bild-Ansicht Band 37

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wurde, in Wein zu verwandeln, dem Traubenmoste Zuker oder Syrup zuzusezen. Wir wissen, daß dieser wohlgemeinte Rath von gewissen Herren, die sich für Weinkenner halten, mit Hohn als sogenannte Panscherei zurükgewiesen, und auf Burgunder, Bordeaux etc. hingedeutet wurde, „wo keine solche Panscherei gemacht wird.“ Für diese gnädige Herren, so wie für den deutschen Winzer, der besseren Wein keltern will, als er aus seinen Trauben nicht erhalten kann, übersezen wir nun folgende Stelle aus dem Agriculteur manufacturier, Mai 1830. S. 90 und Bulletin d. sc. techn. Avril S. 338.

„Man bedient sich in Burgund sehr häufig zukerhaltiger Körper, um dem Burgunder mehr Stärke und Feinheit zu geben. Rohrzuker, Runkelrübenzuker, Traubenzuker, Syrup wird zu diesem Ende häufig angewendet. Man vermehrt durch diese Zuthat für jeden Fall die Menge des Alkohols (den Geist, die Stärke) im Weine ganz ungemein. Wenn man Syrupe anwendet, so dürfen diese keinen Rebengeschmak haben, und in dieser Hinsicht ist der Erdäpfelsyrup, der öfters einen bitteren Nachgeschmack hat, weniger zu empfehlen. Rothe Weine erlauben die Anwendung gefärbter Syrupe, nicht aber die weißen. Man verkauft bei dieser Behandlung des Mostes Weine, die man kaum um 40 Franken anbringen würde, für 60 Franken.“

Verminderung der Zukersteuer in England.

Der Finanzminister Englands hat an der Zukertaxe ungefähr 200,000 Pfd. Sterling nachgelassen. Dafür weiß ihm aber, wie wir aus allen englischen Zeitschriften, ersehen, Niemand Dank, indem das alte Unheil auf den armen Colonisten in Ost- und Westindien liegen bleibt und England in Gefahr ist, seinen Zukerhandel zu verlieren. Wir wollten für unsere Leser die Debatten, die 6 Stunden lang das Unterhaus beschäftigten, und die in Galignani mitgetheilt sind, übersezen, konnten aber aus allem dem, was der Chancellor of the Exchequer und Hr. Huskisson über diesen Gegenstand plauderten, nicht klug werden, obschon wir drei Mal das Geschwäz durchlasen, und warfen das Blatt mit Unwillen weg. Zn unserem Tröste fanden wir in Galignan. N. 4771, daß es anderen Leuten, die mehr von der Sache verstehen, wie wir, in England selbst um kein Haar besser ging, als uns. „Es ist ein merkwürdiger Umstand,“ heißt es a. a. O. aus dem Herlad, den man wohl nie mehr in der Geschichte Englands vergessen wird, daß, nach einer sechs Stunden langen Debatte in der gesezgebenden Versammlung des größten Handelsvolkes in der Welt der Präsident der ersten Handelsgesellschaft dieses Volkes sich dahin äußerte: daß er jedem Dank wissen würde, der im Stande wäre ihm zu sagen, worüber die gnädigen Herren eigentlich geschwäzt haben.“ Dieß ist das heutige Parliament Englands!

Runkelrübenkaffee. (!¡!)

Die Cichorienkaffee-Fabrikanten in der Nähe von Valenciennes kauften dieß Jahr von den Runkelrübenzuker-Raffineurs daselbst alle kleinen Runkelrüben, die nicht füglich zerrieben werden konnten und auch die Reste (Schwänze etc.) der größeren. Sie bereiten daraus Kaffee auf dieselbe Weise, wie sie ihren Cichorienkaffee bereiten. (L'Agriculteur manufacturier, Mai, S. 74. Bullet. d. Scienc. techn. Avril 1830. S. 338.) – Wir betrachten diesen neuen Zweig der, Industrie als ein wahres Unglük sowohl für die Menschheit, die hier wieder auf eine neue Weise um ein gutes Nahrungsmittel geprellt wird, als für die Runkelrüben selbst, die dadurch, daß man das Unmögliche von ihnen fordert, in Gefahr sind, ihren Credit auch für das zu verlieren, was sie wirklich zu leisten im Stande sind.