Text-Bild-Ansicht Band 37

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Als der selige Präsident der Linnean Society, Sir James Edw. Smith, zu Edinburgh studierte, machten die Studenten daselbst sich den Spaß, in einer Weidenallee die nahe stehenden Weiden mit ihren Aesten zusammen zu copuliren. Nachdem die Aeste ein paar Jahre über fest mit einander verwachsen waren, schnitten sie die Stämme zwischen zwei und zwei Bäumen über der Wurzel ab, so daß der Stamm frei in der Luft hing. Der abgeschnittene Baum wuchs, genährt von seinen Nachbarn, freudig fort, und schaukelte bei jedem Lüftchen.

Wenn man im Frühjahre, wo man Weidensteklinge sezt, diese dicht neben einander steken, und an der Stelle, wo sie sich berühren, ihnen vorher die Rinde bis auf den Bart abgenommen haben würde, so würde man, wenn diese Steklinge hierauf oben und unten fest aneinander gebunden würden, in einem Jahre eine lebende Bretterwand an der Stelle haben, wo man diese Pflanzung anlegte. Wenn die Steklinge Zoll dik sind, so brauchte man für die Klafter nur 72, für 100 Klafter also nur 7200 solcher Steklinge. Es würde in den meisten Fällen genug seyn, wenn man diese Steklinge nur auf einem Drittel in ihrer Mitte verbände, ungefähr so) () (; sie würden dann in ein paar Jahren von selbst zusammenwachsen, und man hätte die Hälfte der Steklinge, die dann einen Zoll weit von einander gestekt wenden können, erspart. Dieß könnte die Arbeit von Knaben seyn, die daran Kurzweile hatten. Wenn man sieht, wie mancher Bauer mit Anlage seiner dürren Zäune um seine Grundstüke, die einer Umzäunung bedürfen, wochenlang Zeit und Holz verschwendet, so wird man vielleicht die Tändelei, die die Anlage eines solchen für halbe Jahrhunderte dauernden Zaunes fordert, nicht zu kostbar finden an Zeit und an Material.

Analyse der Rinde des Buchsbaumes.

Hr. Fauré zu Bordeaux hat die Rinde des Buchsbaumes einer chemischen: Analyse unterworfen (sie ist in dem Journ. d. Pharm. Julius, S. 428–435 in extenso mitgetheilt) und gefunden, daß sie ein eigenes Pflanzenalkali, einen eigenen Stoff Buxine, enthält, welcher Stoff sich auch, nur in verschiedener Menge, in den übrigen Theilen des Vuchses findet, und denselben ihren bitteren Geschmak gibt. Die Buxine ist in der Masse röthlich, gepulvert gelblich roth: nur mittelst thierischer Kohle und wiederholter Auflösungen wird sie beinahe weiß. Sie ist geruchlos, äußerst bitter, aber nicht scharf. Die Stäubchen, welche sich beim Pulvern verflüchtigen, erregen Nießen. Sie ist in heißem Wasser weit auflösbarer, als in kaltem. Aether löst nur wenig davon auf, Alkohol im Gegentheil sehr viel. Alkalien lösen sie nicht auf. Sie macht den Veilchensaft stark grün, und färbt das von Säuren geröthete Tournesol-Papier blau. Salpetersäure verwandelt sie in Bitterstoff, ohne Sauerklee-Säure mit derselben zu bilden. Buxine neutralisirt die Säuren, und bildet mit denselben unkrystallisirbare Salze, die sich in Wasser und Alkohol leicht auflösen lassen. Wenn man sie mittelst Zusazes einer Säure in Wasser auflöst, wird sie durch Alkalien aus demselben niedergeschlagen. Potasche, Soda und Ammonium schlagen sie in Form einer weißen Gallerte (Buxine-Hydrat) nieder. 100 Theile reine Buxine, in Alkohol aufgelöst, forderten 11,2 Schwefelsäure von 66° zur Sättigung. Eine junge Rinde gibt ungefähr 5 Gran Buxine (im Großen das Pfund zu 16 Unzen 62 Gran.

Hr. Fauré fand in der Asche der Rinde schwefelsaure Potasche und schwefelsauren Kalk; basisch kohlensauren Kalk und solche Bittererde, phosporsauren Kalk, Kieselerde und Eisenoxyd. Im Holze fand er Stärkmehl. Das Resultat dieser Analyse gibt in 1000 Theilen dieser Rinde:

Chlorophyll 6
Eigenen röthlichen Stoff 3
Wachs 14
Fetten stikstoffhaltigen Stoff 11
Harz 40
Extractivstoff 141
Aepfelsaure Buxine 11
Gummi 44
Holzfaserstoff 678
Asche aus den oben angegebenen Bestandtheilen 52
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1000