Text-Bild-Ansicht Band 37

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Methode um große Birnen zu ziehen.

In Galignani Messeng. N. 4728. werden Versuche angeführt, nach welchen Birnen, wenn man sie mit einer Ziegelplatte stüzt, statt sie frei vom Stiele herabhängen zu lassen, um vieles größer werden. (Wir haben diese alte, alte Gärtnerpraxis schon in unserer frühsten Jugend treiben sehen und getrieben; sie ist allerdings gut, und es läßt sich auch leicht erklären, warum sie gut seyn muß; allein, sie hat auch den Nachtheil, daß die Birnen sich, zumal in nassen Jahren, leicht aufliegen und unten faul werden.)

Dauer der Vegetationskraft in Zwiebelgewächsen.

Hr. Houlton erzählte in einer Sizung der Medico-Botanical Society zu London, daß ein Zwiebelgewächs in der Hand einer ägyptischen Mumie, die wahrscheinlich 2000 Jahre alt war, anfing zu treiben, als es an die Luft gebracht wurde, obschon es bei dem Oeffnen des Sarges ganz troken war. Als die Pflanze hierauf in die Erde gebracht wurde, wuchs sie mit voller Kraft fort. (John Bull. Galignani. N. 4765.). (Aehnliche Beweise für die nicht zu berechnende Dauer der Vegetationskraft fanden sich vor einigen Jahren im nördlichen Westphalen, wo, nach dem Einwerfen eines alten Römer-Walles, der vielleicht vor 1700 Jahren aufgeführt wurde, in der Erde, die aus der untersten Tiefe emporgewühlt wurde, Pflanzen emporzuwachsen begannen, die man sich nie erinnerte in dieser Gegend gesehen zu haben. Samen gewisser Pflanzen, und auch Zwiebel, können, gegen die Luft geschüzt, ihre Keimkraft Jahrtausende lang behalten.

Seltene Größe von Hagel.

In Enc. Perth. II. p. 14. (Mech. Mag. N. 359. S. 288. 26. Jun. 1830) wird eines Hagelwetters in Italien im J. 1510 erwähnt, in welchem Centner schwere Hagel fielen. In den Philos. Trans. beschreibt der berühmte Physiker Halley Schloßen; die einen Fuß im Umfange hatten.

Gesellschaft zur Schonung der Thiere in England.

Vielleicht wissen nur wenige unserer Leser auf dem festen Lande, daß in England, wo jährlich Tausende von Pferden durch das Schnellfahren zu Tode geschunden werden, eine Gesellschaft zur Schonung der Thiere (die achtbare Society for the Prevention of Cruelty to Anamals) besteht. Diese Gesellschaft hielt am 24. Junius ihre Jahressizung und legte Rechnung. Die Beiträge beliefen sich auf 416 Pfd. Sterl., die Ausgaben auf 340 Pfd. Klagen wegen Mißhandlungen der Thiere wurden 84 anhängig gemacht, und davon wurden 34 bestraft, 15 zu den Untersuchungskosten verdammt, 22 abgewiesen, und die übrigen entzogen sich dem Gerichte. (Cnronicle. Galign. N. 4772.) (Als neulich der würdige Secretär dieser Gesellschaft, Hr. Gompertz bei dem elenden gegenwärtigen Polizeidirector zu London, Sir R. Birnie, (den seine Landsleute auf sechs Jahre nach Deutschland schiken sollten, damit er bei irgend einem deutschen Polizeidirector als Praktikant lerne, was Polizei ist) Klage gegen einen Kutscher anbrachte, der sein krankes Pferd furchtbar mißhandelte, sagte Sir Birnie: „Ich werde die Sache nicht untersuchen.“ Nicht untersuchen? sprach Hr. Gompertz. Darf ich fragen warum? Ich bin nicht gehalten auf solche impertinente Fragen Antwort zu geben, schnarchte Sir Birnie; Sie werden die Leute, die sie verklagten, mit 5 Shillings entschädigen.“ Ich werde mich höheren Ortes über dieses Verfahren beschweren, erwiederte Hr. Gompertz mit der ihm eigenen Würde; dieses Verfahren ist gegen alle bestehenden Geseze. Ihr seyd ein impertinenter Hundsfott,“ brüllte Sir Birnie, (an impertinent Scoundrel). Polizeidiener, werft den Kerl hinaus!“ Der Secretär der Society zog sich zurük. Man lese diese wörtlich übersezte Geschichte im Original in Star oder Galignani N. 4771, wenn man an der Treue der Uebersezung zweifelt, und beurtheile hiernach den ersten Polizeimann der Hauptstadt Europens.)