Text-Bild-Ansicht Band 37

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Die Vorrichtung zum deutlich Sehen wird an jenem Stüke angebracht, welches den zusammengesezten Vergrößerungsapparat enthält.

Wenn dieses Mikroskop vollkommen wirken soll, so müssen die Achsen der Linsen und der Mittelpunkt der Oeffnung A genau in einer und derselben geraden Linie sich befinden. Dieß kann man leicht daran erkennen, wann das Bild der Oeffnung seine ganze Fläche erleuchtet, und seinen ganzen Umfang gleich scharf abgegränzt hat. Um das Mikroskop des Nachts zu beleuchten, reicht eine gewöhnliche Knopfglaslaterne (bull's-eye lanthorn (Ochsenauglaterne) nennt man sie in England) vollkommen hin, und wirkt ganz trefflich.

Mit diesem Doppelmikroskope sah ich die feinsten Streife und Sägezähne auf den Schuppen der Lepismen und Poduren, und die Schuppen auf den Flügeln einer Müke mit einem Grade von Zartheit und Klarheit, den ich bisher vergebens an irgend einem anderen Mikroskope suchte, das mir unter die Hände gekommen ist.

Ehe ich schließe, will ich noch eines großen Vortheiles erwähnen, der mich in meiner Ansicht bestätigte, daß die plan-convexe Linse, gehörig angewendet, nämlich mit ihrer flachen Seite gegen den Gegenstand gekehrt, den Vorzug verdient. Dieser Vortheil besteht darin, daß, wenn eine solche Linse eine Flüssigkeit berührt, die man untersuchen will, das Sehen dadurch, daß diese beiden Mittel mit einander in Berührung kommen, nicht nur nicht erschwert, sondern selbst verbessert wird. Wenn dagegen eine doppelt-convexe Linse während der Beobachtung zufällig mit der Flüssigkeit in Berührung kommt, was nicht selten der Fall ist, wenn die Linse einen kurzen Focus hat, so hat alle weitere Beobachtung ein Ende: man muß die Linse herausnehmen, abwischen und wieder einsezen.

London, d. 28. October 1828.

Anhang.

Das oben beschriebene Instrument ist, wie es sich von selbst versteht, einer Menge verschiedener Formen fähig; ich will jedoch eine derselben hier beschrieben, die mir sehr bequem schien, und die in Taf. IV. Fig. 55. dargestellt ist. Eine Röhre aus Messing von gehöriger Länge und von gehörigem Durchmesser bildet den Körper des Instrumentes. Ein Ende der Röhre ist mittelst eines mit einer Schraube versehenen Stükes, S, geschlossen, mittelst welcher das Instrument oben auf dem Kästchen aufgeschraubt224) werden kann, in welchem man

224)

Da durch das ewige Auf- und Abschrauben viele Zeit umsonst verloren geht, und auch durch die Schraube selbst das Instrument vertheuert wird; so scheint ein glatter Zapfen Statt, der Schraube S, der in das Loch des Dekels des Kästchens genau und gut paßt, hinreichend. Der Schieber, der das Loch des Dekels schließt, wenn das Instrument abgenommen wird, könnte zugleich eine Vorrichtung zur noch sichereren Befestigung dieses Zapfens gewähren. Je weniger an Maschinen, und überhaupt in der Welt, geschraubt wird, desto besser. A. d. Ue.