Text-Bild-Ansicht Band 37

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dasselbe aufbewahrt, und das ihm so als Gestell dient. Ein Theil der Röhre über diesem Stüke ist vorne weggeschnitten, um Licht auf den kleinen flächen Spiegel, R, fallen zu lassen, welcher sich auf einer horizontalen Achse befindet, die durch den Durchmesser der Röhre läuft. Man kann diesem Spiegel mittelst einer gerändelten Scheibe, die außer der Röhre auf der Achse desselben angebracht ist, jede beliebige Neigung geben; die andere Stellung unter rechten Winkeln geschieht durch Drehung des Körpers des Mikroskopes.

In die Röhre wird über der Oeffnung ein kegelförmiges Stük, EB, eingelöthet, in welches sich eine kleine walzenförmige Röhre einschraubt, die in die oben erwähnte Oeffnung, A, führt. Die plan-convexe Linse, UT, ist in einer sogenanten Federröhre befestigt, welche sich in jene Röhre schiebt, die den Körper des Instrumentes bildet. Die Lage der Linse kann also verändert werden, so daß das Bild der Oeffnung, A, in dieselbe Ebene mit dem zu beobachtenden Gegenstande fällt. Ein Stük flaches Tafelglas, von ungefähr 2 Zoll im Gevierte, oder von geringerer Größe, wenn man es bequemer findet, ist oben auf der Röhre angebracht, und dient als Träger einer Bühne mit Vorrichtungen zur Seitenbewegung unter rechten Winkeln gegen eins ander. Das Stük, in welchem sich die Vergrößerungsgläser befinden, kann mittelst eines Zahn- und Triebstokes bewegt werden: diese Vorrichtung muß jedoch mit der höchsten Sorgfalt ausgearbeitet werden, damit die Gläser sich immer in der Richtung der verlängerten Achse der Röhre bewegen. Die Röhre ist in zwei Stüke von gleicher Länge getheilt, welche in der Mitte an einander geschraubt werden, und folglich, wenn sie abgeschraubt werden, das ganze Instrument in ein Kästchen von vier Quadratzoll paken lassen.225)

Wenn die plan-convexe Linse in ihrer gehörigen Entfernung von der Bühne ist, kann das Bild der Oeffnung A leicht in eine und dieselbe Ebene mit dem Gegenstände gebracht werden, indem man, für den Augenblik, einen kleinen Drath quer über die Oeffnung spannt, bloß mit etwas Wachs, dann irgend einen Gegenstand auf ein Stük Glas auf die Bühne des Mikroskopes legt, und die Entfernung der Oeffnung A von der Linse so lang durch Schraubung der Röhre wechseln läßt, bis man das Bild des Drathes zugleich mit dem Gegenstande auf dem Glase deutlich wahrnimmt.

225)

Der deutsche Künstler wird an diesem trefflichen Instrumente bemerken, daß es noch immer zu sehr zusammengesezt ist. Der Engländer hat Alles gern in einer Nußschale bei einander, wo es nur immer möglich ist; daher diese Abtheilung einer 6 Zoll langen Röhre, die man, auch wenn man sie ganz läßt, noch immer leicht im Sake bei sich tragen kann. Wir erwarten, daß unsere deutschen Optiker diese herrliche Verbesserung des unsterblichen Wollaston noch vereinfachen werden. A. d. Ue.