Text-Bild-Ansicht Band 37

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Wenn der Körper sich nicht krystallisirt, muß er auf mechanische Weise, oder durch chemischen Niederschlag fein gepülvert werden. Wenn man mit gehöriger Sorgfalt arbeitet, so erhält man immer dieselben Resultate, der Körper mag sich in was immer für einem Zustande befinden: allein, wenn das Verfahren bei krystallisirten Körpern leicht und einfach ist, indem es sich bloß darum handelt, den Körper in der Luft und hierauf im Wasser zu wägen, so ist dieß nicht derselbe Fall bei gepulverten Körpern.

Die Pulver verdichten immer eine größere oder geringere Menge Gases, oder enthalten Luft, welche sie mit solcher Kraft umhüllt, daß man sie nur mit Mühe befeuchten kann. Indessen gelingt dieß am Ende doch, indem man sie entweder so lang kocht, bis sie sich vollkommen auf dem Boden des Gefäßes gesammelt haben, und sie sodann so lang dem leeren Raume aussezt, als noch Luftblasen aus demselben aufsteigen, oder indem man sich bloß auf die Luftpumpe beschränkt. Hr. Boullay beschränkte sich bloß auf leztere. Er bediente sich kleiner Flaschen, die 30 bis 40 kubische Centimeter hielten, und die mit einem Stüke Glasröhre, das mit Schmergel abgerieben war, geschlossen waren. Homberg lehrte zuerst solche kleine Flaschen anwenden, und heute zu Tage werden dieselben, mit kleinen Abänderungen, allgemein angewendet.

Das Pulver kommt in diese kleinen Flaschen, und wird mit siedend heißem Wasser bedekt; man rührt mit einem Platinna-Drathe, um die Entwikelung der Luft so viel wie möglich zu begünstigen, und bringt dann die Gloke unter die Luftpumpe, unter welcher man behutsam und langsam einen leeren Raum herzustellen sucht. Man überläßt das Fläschchen hierauf 12 Stunden lang sich selbst, oder überhaupt so lang, als sich noch Luft entwikelt, und schließt dann den Versuch auf die gewöhnliche Weise.

Wasser ist nicht das einzige Vehikel, dessen man sich bedienen kann, um die Dichtigkeit der Körper zu bestimmen. Man muß sogar nothwendig, wenn sie auflösbar sind, sich eines anderen Mittels bedienen. Queksilber wäre in dieser Hinsicht ein sehr kostbares Mittel, weil es nur wenige Körper gibt, welche von demselben aufgelöst werden; es nezt sie aber zu wenig und zu schwer, als daß man sich desselben zur Bestimmung des Volumens gepulverter Körper, und selbst der Krystalle, bedienen könnte. Man weiß auch in der That, daß das Queksilber sich nicht in Oeffnungen einsenken kann, in welche die Luft und das Wasser sehr leicht eindringt: dahin gehören nun auch die Zwischenräume, welche die Theilchen irgend eines Pulvers zwischen sich lassen. Man muß also, wo der Körper gepülvert ist, eine Flüssigkeit