Text-Bild-Ansicht Band 37

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symmetrisch rings um jede Molekel vertheilt ist. Dieses Volumen erhält man, indem man das Gewicht des Atomes des Körpers durch seine Dichtigkeit theilt. Unter Volumen des zusammengesezten Atomes versteht er die materiellen Molekeln, welche den zusammengesezten Körper bilden, und den leeren Raum, der sie umgibt.

Dieses vorausgesezt können nun verschiedene Umstände eintreten.

Entweder ist das Volumen des zusammengesezten Körpers gleich der Summe der Volumen der Elemente desselben; dieß ist selten der Fall.

Oder dieses Volumen weicht davon ab, und es hat Zusammenziehung Statt: dieß ist das Resultat bei den Schwefelverbindungen (Sulfüren). Oder es hat Erweiterung Statt, wie bei einigen Jodverbindungen (Jodüren).

Die Ausmittelung der Veränderungen der Volumen bildet also einen wichtigen Gegenstand, obschon sie übrigens keinem bisher wahrnehmbaren Geseze unterliegen. Man konnte also nicht auf jene Schwefel- und Jod-Verbindungen schließen, welche man nicht untersucht hat. Auch waren die mit aller Genauigkeit beobachteten Thatsachen nicht zahlreich genug, um den Grundsaz aufstellen zu können, daß die an den Schwefelverbindungen beobachtete Zusammenziehung ein wesentliches Merkmal der Körper dieser Art bildet; dieß ist um so weniger wahrscheinlich, als die Jodverbindungen Resultate von beiderlei Art gaben.

2) Die beobachteten Zusammenziehungen waren zuweilen so bedeutend, daß das Volumen des Atomes des zusammengesezten Körpers kleiner befunden wurde, als das Volumen des Atomes eines der zusammensezenden Körper.

Dieß hat wirklich bei der Verbindung des Chlores mit dem Potassium Statt. Bei dieser Ein- und Gegenwirkung vermindert sich das Volumen der Elemente, welche sich mit einander vereinigen, so sehr, daß es selbst kleiner wird, als jenes des Potassium, welches das Chlorür bildet. Auch bei dem Sodium ist das Resultat noch sehr hervorspringend, obschon weniger ausgezeichnet. Man sieht, daß die Verschiedenheit, die sich immerdar bei der Zusammenziehung und Ausdehnung darbietet, welche die Elemente eines zusammengesezten Körpers erleiden, der aus demselben einfachen Körper mit anderen Körpern, wie mit Schwefel, Jod, Chlor, Sauerstoff und Metallen gebildet wird, erweiset,

3) daß man bei dem gegenwärtigen Zustande der Wissenschaft sich keine auch nur etwas genaue Idee über das atomische Volumen oder über die Dichtigkeit im festen Zustande derjenigen Körper bilden