Text-Bild-Ansicht Band 37

Bild:
<< vorherige Seite

noch keine Wurzeln geschlagen haben. Vier bis fünf Stunden lang muß in der Mitte des Tages Schatten gegeben werden, und man muß auch dafür sorgen, daß die Hize am Boden der Töpfe die Reben nicht brennt. In ungefähr einer Woche werden die Reben, wenn sie gehörig behandelt worden sind, Wurzel geschlagen haben, was man daran erkennt, daß sie an den Spizen treiben.

Nachdem die erste Melonenernte von den alten Stöken eingebracht wurde, nehme ich die Erde, in welcher sie gewachsen sind, weg, und trage neue an der Stelle derselben ungefähr 12 Zoll hoch auf. Die Beete werden zu gleicher Zeit mit frischem Dünger ausgefüttert. Ungefähr zehn Tage nach dem Einsezen der Reben in die Töpfe können jene aus diesen wieder verpflanzt werden. Man bringt die Reben in die so eben beschriebenen umgearbeiteten ursprünglichen Beete, und sezt unter jedes kleine Fenster mit drei Tafeln zwei Reben, unser jedes größere aber vier: zwei unter jede der äußersten Tafeln. Nachdem die Pflanzen ungefähr vierzehn Zoll lang getrieben haben, kneipe ich das Ende eines jeden Schößlinges ab, um frische Ausläufer hervorzubringen. Die Frucht, welche ehevor an den Reben saß, die man von den alten Stöken abschnitt, wird nach diesem Versezen sehr schnell anschwellen; in drei Wochen nach dem Wiederaufrichten des Beetes habe ich öfters die reichlichsten schönsten Früchte von 7 bis 8 Pfund (nach der Sorte nämlich, die ich zog) abgeschnitten. Diese neuen Stöke tragen ungemein reichlich, und sind fruchtbarer und kräftiger, als die alten auf die gewöhnliche Weise behandelten Stöke zu dieser Zeit zu seyn pflegen.

Ein großer Vortheil bei dieser Methode ist der, daß die Stöke nie in die Länge auslaufen; daß man sie in ihrem Wüchse nicht mehr aufzuhalten braucht, als angegeben wurde, und daß sie kein Ausschneiden, Verdünnen der Schößlinge fordern.

Ich muß ferner noch bemerken, daß bei Melonenstöken, die nicht von solchen Steklingen gezogen sind, die Stängel öfters in der Nähe der Wurzeln brechen, und wenn man Wasser auf die Stellen gießt, wo der Stängel gesprungen ist, so geht der Stok zu Grunde. Dieser Unfall hat bei den auf die hier beschriebene Weise gezogenen Melonen nie Statt.

Ich besize gegenwärtig eine Menge Früchte an schönen und gesunden Stöken, die, seit sie als Steklinge eingesezt wurden, bereits mehr als zwei Monate lang Früchte tragen.