Text-Bild-Ansicht Band 37

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Von dem Institutsgärtner Walker: Anweisung in der Obstbaumzucht, 2 Stunden wöchentlich.

II. Im forstwirtschaftlichen Fache: vom Professor der Forst- und Jagdwissenschaft, Gwinner: Forstbenuzung und Forsttechnologie, 4 Stunden wöchentlich; Forstschuz, 2 Stunden; Jagdwissenschaft, 2 Stunden; Forstinsectologie, 2 Stunden und Gebirgskunde, 2 Stunden. Von Forstrepetent Vögel: forstwissenschaftliche Repetitionen, 10 Stunden wöchentlich.

III. In den hülfswissenschaftlichen Fächern: 1) von Professor Riecke: allgemeine Physik und Chemie, 4 Stunden wöchentlich; theoretische Geometrie, 4 Stunden; praktische Geometrie, 2 Stunden; Arithmetik, 4 Stunden; Stylübungen, 1 Stunde; 2) von Professor Hering: Thierarzneikunde, 2 Stunden; 3) von Apotheker Schumann: specielle Chemie, 3 Stunden; 4) von Professor Heigelin: bürgerliche Baukunst, Straßen- und Wasserbaukunde, 5 Stunden; 5) von Forstrepetent Vögel: mathematische Repetitionen, 6 Stunden; 6) von Geometer Türk: Maschinenzeichnen, 2 Stunden; Planzeichnen, 4 Stunden. Privatim kann Unterricht genommen werden: in der französischen, lateinischen und deutschen Sprache, deßgleichen im Reiten auf einer zu diesem Zwek errichteten Reitbahn.

Für den praktischen Unterricht unter besonderer Leitung des Directors Freiherrn v. Ellrichshausen bietet zu diesem Zwek die Administration der bedeutenden Domaine, die immer mannigfaltiger werdenden Wirtschaftszweige, ferner ein eigenes Feld zu Versuchen und belehrenden Culturen, so wie die Werkzeugsammlung, nebst den übrigen Hülfsanstalten hinreichende Gelegenheit dar. Für den forstwirtschaftlichen Unterricht finden Exkursionen in die benachbarten Forste, den Schwarzwald und die Alp Statt, auch ist eine Waldfläche zu praktischen Versuchen angewiesen.

Die Zöglinge können mit Beginn jeden Semesters eintreten. Die Aufzunehmenden sollen der Regel nach das 18te Jahr zurükgelegt haben. Inländer, welche als Forstzöglinge eintreten wollen, haben sich einer Vorprüfung über ihre Kenntnisse in der deutschen Sprache, namentlich in Hinsicht auf den Styl, und in der Arithmetik zu unterwerfen, welche am 31. Oktober, vor dem Eintritte in die Anstalt, Statt hat. Die mit Anfang jeden Halbjahrs vorauszubezahlende Pension, oder Entschädigung für Wohnung, Unterricht und Verwaltungskosten beträgt für die Studirenden der Landwirthschaft dem Jahr nach bei dem Ausländer 300 fl., dem Inländer 100 fl., gegen deren Entrichtung ihnen der Zutritt zu sämmtlichen Unterrichtsfächern frei steht. Diejenigen Zöglinge, welche sich bloß dem Forstfache widmen wollen, zahlen nur, und zwar der Ausländer 180 fl., der Inländer 60 fl. jährlich, wogegen ihnen aber nicht gestattet ist, die Vorlesungen über Landwirthschaft, mit Ausnahme der Agronomie und Thierheilkunde, zu frequentiren. Die Kost nehmen sämmtliche Studirende an dem Tische, welchen der von dem Institute aufgestellte Speisemeister hält, und dessen Preis für Mittag- und Nacht-Essen ohne Wein dermalen auf 20 Kreuzer für den Tag bestimmt ist. Das Kostgeld wird, wie die Pension, halbjährig mit 52 st. 40 kr. (indem die Ferien, im Ganzen sieben Wochen, nicht in Berechnung kommen) an die Institutscasse vorausbezahlt. Jeder Studirende bewohnt ein eigenes, heizbares Zimmer, und nur wenn der Raum nicht zureichen sollte, haben die Forstleute, welche die geringere Pension bezahlen, getheilte Zimmer sich gefallen zu lassen. In jedem Zimmer finden sich die nöthigen Mobilien; Betten, Bettzeug und Handtücher aber bringen die Inländer mit, auch haben sie für die Wäsche der leztern zu sorgen. Ausländer erhalten diese Gegenstände ohne besondere Vergütung von der Anstalt. Zur Bedienung sind eigene Personen aufgestellt, denen monatlich ein Gulden zu bezahlen ist. Für Frühstük, Getränk, Holz und Licht hat jeder Studirende selbst zu sorgen. Es ist aber die Einrichtung getroffen worden, daß sie diese Bedürfnisse theils von der Anstalt, theils von dem Speisemeister zu billigen Preisen beziehen können.

Damit kein hier Studirender den Zwek seines Aufenthalts in der Anstalt verfehlen möge, haben die Direction und die Lehrer die Verpflichtung übernommen, die Zöglinge in der Anordnung ihrer Studien zu berathen. Am Ende des Lehrkursus findet eine Hauptprüfung Statt, an der alle inländische Forstcandidaten Theil zu nehmen haben, und welcher sich auch die übrigen Studirenden in dem Fall nicht entziehen können, wenn ihre Theilnahme an der Prüfung von ihren Eltern oder Vormündern verlangt worden ist. Diejenigen, welche sich durch Fleiß,