Text-Bild-Ansicht Band 37

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genannt werden kann. Die Ignatz Meier'sche Lederfabrik in München, die erste und wichtigste in Bayern, gewann in seinen Besiz übergegangen, in Vervollkommnung jeder Art, und ist nun eine Anstalt, die Verdienst und Wohlstand in ihrer Umgebung verbreitet und manche Summen im Vaterlande zurükhält, die früher der fremden Industrie zuflossen. Wie lobenswürdige Thätigkeit nur Verwandtes sucht, so sehen wir bereits mit dessen Familie vereint, Hrn. Wilhelm von Höslin, einen eben so talentvollen, wissenschaftlich gebildeten Kaufmann als Beförderer der schönen Gartenkunst; und endlich den würdigen Hrn. Carl Forster, Eigenthümer einer Kattundrukmanufaktur in Augsburg, die gewiß unter Allen des Continents einen ehrenvollen Plaz behauptet. Zwei würdige Söhne sichern dem Namen sein Fortbestehen in Augsburgs Mauern.

Ihm folgt Freiherr Louis von Eichthal, Bankier in Paris, dessen Haus der Sammelplaz der ausgezeichnetesten, dort zu Zeiten sich einfindenden Fremden, der Glanzpunkt der geistreichen Gesellschaft ist, und der sich durch die ruhige sichere Haltung seiner Operationen, durch edlen Wetteifer bei allem was zur Beförderung des Guten und Nüzlichen zu leisten ist, einen ehrenvollen Plaz unter den commerciellen Häuptern jener Hauptstadt, unter den Lafitte, Delessert, Perrier, Ternaux und andern erworben hat. Ausgezeichnete Söhne treten in die Fußstapfen des Vaters, um den Namen der Familie noch bei spätern Geschlechtern in Ehren zu halten.

Freiherr David v. Eichthal in Carlsruhe hat wie der verblichene Bruder Industrie zum Vorwurf seiner rastlosen Thätigkeit gemacht. Ihm gelang es mit großen Opfern dem Continente eine der besten Spinnereien zu schenken, deren Producte an den bedeutendsten Absazorten berühmt geworden sind. Eine meisterhafte Krappfabrik, deren immer gleichartige Producte von den besten sind, die uns noch je vor Augen kamen, so wie ein wahres Musterhammerwerk nebst Waffenfabrik in St. Blasius verdanken ihm ihre Errichtung oder Erhebung. Doch nicht nur allein der kenntnißreiche Techniker beweist sich in seinen Werken, sondern wir haben auch Ursache das Herz des Menschenfreundes hoch zu schäzen, wenn wir die wohlthätigen Folgen seiner herrlichen Lehranstalten für die Kinder der in seinen Werken beschäftigten Familien bedenken. Er gibt vielen Hunderten Brot und lehrt sie die Tugend, bildet Generationen zu nüzlichen Menschen. Wer den Umfang solcher Thaten zu schäzen weiß, würde sich zur vollsten Hochachtung gezwungen fühlen, auch ohne die ehrenvolle Auszeichnung, womit Badens Fürst dessen Brust zu schmüken wußte.

Freiherr Simon v. Eichthal in München, Eigenthümer des väterlichen Hauses, tritt würdig in die Fußstapfen des verstorbenen Vaters, dessen Solidität, dessen reelle Handlungsweise auf den Sohn mit übergegangen zu seyn scheinen. Verstand und Güte schmüken ihn und München verdankt ihm eine der schönsten architektonischen Zierden, den mit zwekmäßig verwendeten Aufwände zum Vergnügen aller Augen erbauten Bazar, in welchem sich die würdige Thätigkeit eines Staatsbürgers an den großartigen Schuz, den unser hochgesinnter Monarch den Künsten erweiset, anknüpft. Das unbegränzte und wohlverdiente Vertrauen des Monarchen, der hohen Regierung und aller ausgezeichneten Männer der Hauptstadt schmüken den verdienstvollen Bürger, und Geist und herzliche Fröhlichkeit athmen in dem geselligen Cirkel seines Hauses.

Möge sie blühen und wachsen die Familie, deren Fuß auf der breiten Grundlage der Verdienste und der allgemeinen Achtung ruht, und so fest den Stürmen trozen, wie der Baum, der symbolisch ihren Namen begründet.

Berichtigung.

In Bd. XXXVI. Heft 6. S. 433. lese man bei Haßler's Repetitions-Theodolith statt Hebel: Libelle oder Niveau.