Text-Bild-Ansicht Band 37

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21 Soda,
15 Kohlensäure,
64 Wasser.
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100

Wenn man dieses Verhältniß der Bestandtheile mit dem oben angegebenen des Bicarbonates vergleicht, so ergibt sich, daß, um 100 Kilogramm Bicarbonat zu erzeugen, 167 Kilogramm krystallisirte kohlensaure Soda nothwendig sind, die, da 100 Kilogramm 72 Franken kosten, nur 120 Franken kosten würden. Die übrigen Auslagen bei der Arbeit, wenn diese zu Vichy selbst vorgenommen wird, wären unbedeutend. Wenn wir aber auch annehmen, daß diese Kosten und der Gewinn, den die Arbeit gewähren soll, zusammen eben so viel betragen sollten, als der Ankaufspreis der Soda selbst, so ließe sich, selbst unter dieser möglich ungünstigsten Bedingung, das Kilogramm Soda-Bicarbonat noch um 2 Franken 40 Cent. verkaufen. Die Vortheile, welche die Bäder zu Vichy in dieser Hinsicht gewähren, sind unermeßlich, wie aus Folgendem erhellt.

1) kann man, ohne mindesten Nachtheil für die Badeanstalt, alle Kohlensäure sammeln und anwenden, welche sich aus den Gasquellen zu Vichy während 6–7 Monaten des Jahres entwikelt.

2) liefert die Quelle La Grande Grille, an welcher ich den hier beschriebenen Apparat aufstellte, 19 Liter Gas in Einer Minute (1 Liter = 70,068 Wiener Maß); sie könnte folglich in 24 Stunden 216 Kilogramm Soda-Bicarbonat erzeugen.

3) liefern die Quellen de l'hôpital und des grand puits carré, erstere in Einer Minute 74 Liter, leztere 52 Liter Kohlensäure.319)

Ich will nicht bei den Folgen verweilen, welche sich aus diesen Thatsachen ziehen lassen; sie sind offenbar, und es ist eben so klar erwiesen, daß die Gasquellen zu Vichy ungeheuere Hülfsmittel sowohl zur Erzeugung der Bicarbonate, als anderer Producte, zu welchen man kohlensaure Soda, als rohes Material, nöthig hat, darbieten. Es wird ohne Zweifel ein Tag kommen, wo man diese, gegenwärtig so schlecht benüzten, Hülfsmittel besser zu würdigen verstehen wird, und wo die alkalischen und gashaltigen Quellen von Vichy zur Erzeugung gashaltiger

319)

Ich habe öfters, und zwei Jahre nach einander, alle Quellen zu Vichy abgeeicht, um mit aller Genauigkeit die Menge Wassers und Gases zu bestimmen, welche sie liefern; allein, zu der Zeit, wo ich diese Arbeit unternahm, war der bedekte Behälter am vierekigen großen Brunnen „(an der Quelle Grand puits carré)“ in sehr schlechtem Zustande, und ließ das Gas überall entweichen. Bei aller Vorsicht, die ich angewendet habe, war es mir unmöglich diesem Nachtheile abzuhelfen. Die oben angegebene Menge Gases ist zuverlässig weit unter derjenigen Menge, die diese Quelle während einer Minute ausstößt. A. d. O.