Text-Bild-Ansicht Band 37

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Nachtheil besizt, die Anwendung eines kostbaren Instrumentes, viele Uebung, und einen guten Theil Zeit zu fordern.

2) daß die Methode durch Eintauchung den Vortheil einer schnellen und leichten Anwendung voraus hat, jedoch zu minder genauen Resultaten führt.

Hieraus erklärt sich, wie die erstere dieser Methoden ausschließlich von den Gelehrten angewendet wurde, während der Fabrikant und Kaufmann sich nur der zweiten bedient.

Das Instrument, mittelst dessen man die specifischen Schweren durch Eintauchung bestimmt, heißt bekanntlich Aräometer, und sollte, wie bereits bemerkt wurde, so in Grade getheilt seyn, daß es unmittelbar das Verhältniß zwischen den Volumen der eingetauchten Theile angibt: dieß ist nun nicht der Fall. Die Erfinder des Aräometers wurden von den Schwierigkeiten abgeschrekt, welche sich bei der Ausführung einer solchen Gradeeintheilung zeigen. Sie wollten, daß ihre Instrumente leicht und selbst von minder geschalten Arbeitern verfertigt werden konnten, und nahmen daher einen Maßstab an, der in gleiche Theils getheilt ist, ohne sich um die Verhältnisse zu kümmern, welche er zu den eingetauchten Volumen haben könnte.

Schon aus diesem einzigen, auf der Gradeeintheilung beruhenden, Grunde ersieht man, daß der Gebrauch der Aräometer sehr beschränkt ist; daß sie nicht unmittelbar die specifischen Schweren anzugeben vermögen, und daß sie nur zur Bestimmung identischer Dichtigkeiten dienen können. Das Aräometer wird also nur anzeigen, ob eine Flüssigkeit so dicht ist, als eine andere; es wird auch noch anzeigen, ob sie mehr oder weniger schwer ist; es wird uns aber nichts über die mit den beobachteten Unterschieden correspondirenden Verhältnisse lehren können.

Ungeachtet aller dieser Mängel leisten indessen die Aräometer den gewöhnlichen Bedürfnissen des Handels und der Industrie Genüge: was man nämlich in dieser Hinsicht in den meisten Fällen zu wissen wünscht, ist, ob die Dichtigkeit irgend einer Flüssigkeit zu jenen Arbeiten hinreicht, zu welchen man dieselbe bestimmt hat, oder auch wie stark sie ist, und wie viel sie werth ist. Zu einem solchen Resultate kann man aber offenbar durch jede beliebige Gradeeintheilung eines Aräometers gelangen.

Seit indessen die Wissenschaften ihr Gebiet auch über die Geschäfte der Industrie und des Handels ausgedehnt haben; jezt, wo die Theorie der Praxis als Führerinn dient, und eine Menge von Thatsachen aufhellt, welche die Künste ihr in großem Maßstabe darbieten, ist es wehr als jemals nothwendig, daß Gelehrte und Künstler sich derselben Sprache bedienen, oder daß wenigstens eine klare