Text-Bild-Ansicht Band 37

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und bestimmte Synonymie zwischen den verschiedenen Ausdrüken Statt habe, welche der Sprachgebrauch geheiligt hat.

In den Werken der Gelehrten finden wir die specifischen Schweren gebraucht; in den Werken der Techniker wird der aräometrische Maßstab angenommen. Wie lassen sich diese verschiedenen Ausdrüke unter einander vergleichen? Wie kann man sich überzeugen, daß die Flüssigkeiten, von welchen die Rede ist, dieselben sind?

Die Nothwendigkeit, eine Concordanz zwischen den verschiedenen Weisen aufzustellen, nach welchen die specifischen Schweren der Flüssigkeiten bestimmt werden, wurde schon von Nicholson erkannt, welcher zwei Tabellen über specifische Schweren mit den correspondirenden Graden an Beaumé's Aräometer herausgab. Diese Tabellen finden sich im 23. Bd. der Annales de Chimie. Da ihr Verfasser nicht die Grundsäze aufgestellt hat, nach welchen er diese Tabellen verfertigte, so theilte Hr. Hachette in demselben Bande eine sehr einfache Formel mit, mittelst welcher man, sobald die specifischen Schweren bekannt sind, welche mit zwei Graden am Maßstabe des Aräometers correspondiren, alle übrigen mit den übrigen Graden correspondirenden Schweren unmittelbar finden kann.

Diese Methode ist offenbar die einzige, welche zu richtig untergeordneten Resultaten führen kann; wenn man dieselbe aber auf die beiden oben erwähnten Tabellen anwendet, so scheint sich zu ergeben, daß der Verfasser derselben diese Methode nicht angewendet hat; denn die Zahlen, die man daselbst findet, entsprechen nicht alle, so wie es seyn sollte, der Formel Hachette's. Man könnte also glauben, daß sie die Resultate von Versuchen sind. Da indessen die Unterschiede sich erst in der dritten Decimale (in Tausendtheilen) zeigen; so hätte man sich darauf beschranken können, diese Tabellen neuerdings herauszugeben, wenn sie vollständig gewesen wären; allein die Tabelle für die Säuremesser (pèse-acides) geht nur von 3 zu 3 Graden, und die für die Flüssigkeitmesser (pèse-liquerus) reicht nur bis zum vierzigsten Grade.

Man hat es daher für gut gefunden, diese zwei Tafeln gänzlich umzuarbeiten und zu vervollständigen. Da jedoch die Flüssigkeitmesser (Cartier's Aräometer) durch ein weit vollkommneres Instrument ersezt wurden, welches sein Erfinder, Hr. Gay-Lussac, mit dem Namen Alcoometer bezeichnet; so hielt man es für dienlich noch eine dritte Tabelle auch für dieses Instrument beizufügen.

Vor Allem müssen die Grundsäze aufgestellt werden, nach welchen jede dieser Tabellen berechnet wurde.