Text-Bild-Ansicht Band 132

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Kil., das Auswalzen derselben zu Platinen und das Spalten derselben zu Schneideisen.

5. Der mittlere Abbrand bei dem verwalzten oder gespaltenen Eisen belief sich auf 5 Proc., allein es würde derselbe offenbar geringer gewesen seyn, wenn das Walzwerk zu Pontens sich nicht so langsam bewegte, so daß das Ausstrecken einer Hitze mehr als eine halbe Stunde erforderte, daher das zur höchsten Gluth gelangte Eisen noch im Ofen bleiben und natürlich verbrennen mußte.

6. Das auf diese Weise geglühte Eisen ließ in Beziehung auf Qualität und äußeres Ansehen nichts zu wünschen übrig.

Dieser Ofen ersetzt daher sehr vortheilhaft den Glühofen, der bis zur Einführung des neuen Verfahrens zu Pontens im Gange war und mit Torf und Fichtenholz gefeuert wurde. Die Feuerungskosten betrugen in jeder täglichen Schicht 62 Franken, welche durch die Karr'schen Einrichtungen gänzlich erspart wurden. – Kurz, es lassen dieselben nichts zu wünschen übrig und übertreffen noch die Angaben des Erfinders.

Dem amtlichen Berichte des kaiserl. Bezirks-Ingenieurs über die Anlage entnehmen wir Nachstehendes:

1. Die Verbesserungen und Ersparungen an Zeit und Brennmaterial, welche durch diese neue Einrichtung der Frischfeuer erreicht worden, betragen 1/6 Brennmaterial und 50 Minuten bei jeder Luppe.

2. Die Resultate des Glühofens beweisen, daß während eines Frischens, 400 Kil. Kolben von den schwächsten bis zu den stärksten von 35 bis 40 Kil., zu allen Eisensorten, stark und schwach ausgezogen werden konnten, die nach dem Erkalten vollkommen blau waren und in jeder Beziehung nichts zu wünschen übrig ließen.

„Demnach bin ich überzeugt“, setzt der Berichterstatter hinzu, „daß die erlangten Resultate nur die unterste Gränze von denen bezeichnen, welche der Karr'sche Apparat in Beziehung auf die Ersparungen gewähren kann. Die Arbeiter waren nämlich dem neuen Verfahren sehr abgeneigt, und es mußten daher bei den vergleichenden Arbeiten die nach der alten Methode ausgeführten sehr gut seyn, während die Resultate des neuen Betriebes nur sehr schlecht seyn konnten. Hr. Karr hatte gegen die systematische Widerspänstigkeit zu kämpfen, welche Arbeiter gewöhnlich dann zeigen, wenn sie gewohnte Verfahrungsarten aufgeben und sich eine neue Betriebsmethode aneignen sollen. Haben sie in dieser erst die gehörige Routine erlangt, so werden die Resultate weit besser seyn. – Jedenfalls wird die Erfindung für die Hütten mit Holzkohlenbetrieb von großem Nutzen seyn, und es steht daher auch zu hoffen, daß sie sich beeilen werden, dieselbe anzunehmen.“