Text-Bild-Ansicht Band 174

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allmählich an Höhe ab und steigt zuletzt gar nicht mehr auf. Ist das Wasser im Apparate erschöpft, so schließt man den Hahn, öffnet eine zu diesem Zwecke angebrachte Communication und läßt von Neuem Wasser in das Reservoir unter die Luft eintreten; wirkt dann die Sonne, so springt auch der Strahl wieder.

Babinet meint, daß dieser Apparat sich in Ländern, in denen der Himmel stets unbedeckt ist und die Sonnenstrahlen stark brennen, namentlich in Egypten, wohl als zu einer Benutzung im Großen geeignet erweisen dürfte. (Comptes rendus, t. LIX p. 527, September 1864.)

Vereinfachung der elektrischen Haus-Signalapparate; von Albert Ungerer in Pforzheim.

Da sich die elektrischen Klingeln und Glocken in Gasthöfen und Fabriken sowohl, als auch in Privathäusern mehr und mehr Eingang verschaffen, so dürfte es im Interesse des Publicums seyn, darauf aufmerksam gemacht zu werden, daß eine Rückleitung aus einem directen Draht in allen den Fällen erspart werden kann, wo eine Gas- oder metallene Wasserleitung in der Nähe ist.

Ich habe schon viele derartige elektrische Klingeln gesehen, aber noch nicht bei einer einzigen war die Gasleitung als Rück- resp. Ableitung benützt worden, sondern es wurde immer eine Unmasse unnöthigen Drahtes verwendet. Ob auch die Staats-Telegraphen noch Kupferplatten in Brunnenschachte einsenken, weiß ich nicht, eine Drahtleitung an die nächste Gas- oder Schienenleitung ist aber billiger und besser.

Ich habe an einer Daniell'schen Batterie den einen Pol mit der Wasserleitung und den anderen mit der Gasleitung meiner Fabrik verbunden, und diese beiden auf einer Entfernung von mehreren hundert Fußen wieder unter sich. Die Ablenkung der Magnetnadel blieb aber genau dieselbe, ob die beiden Leitungen verbunden waren oder nicht. (Württembergisches Gewerbeblatt, 1864, Nr. 49.)

Ueber die Zusammensetzung des Steinkohlen-Leuchtgases, von Professor Landolt.

In der zu Bonn im October d. J. abgehaltenen Herbst-Versammlung des naturhistorischen Vereins der preußischen Rheinlande und Westphalens hielt Hr. Professor Landolt einen Vortrag über die Zusammensetzung des Steinkohlen-Leuchtgases. Nach Anführung sämmtlicher Körper, welche bis dahin in demselben nachgewiesen wurden, theilte er die Resultate einiger Versuche mit, welche den Zweck hatten, die Menge des Acetylens C⁴H² im Leuchtgase quantitativ zu ermitteln. Es wurden gemessene Volumina Gas zuerst durch concentrirte Schwefelsäure und hierauf durch eine ammoniakalische Lösung von Kupferchlorür geleitet, der erhaltene rothe Niederschlag sammt der Flüssigkeit zum Kochen erhitzt, um das gleichzeitig absorbirte Aethylen auszutreiben, und hierauf das zurückbleibende reine Acetylenkupfer durch Erwärmen mit Salzsäure zersetzt. Das ausgeschiedene Acetylengas bestimmte man volumetrisch. Es ergab sich, daß in dem Bonner Leuchtgas ungefähr 0,07 Volumprocente dieses Kohlenwasserstoffs enthalten sind.

Der Vortragende theilte ferner eine Reihe Analysen von Steinkohlengas aus verschiedenen Städten mit. Dieselben zeigten, daß die Zusammensetzung des Gases überall ziemlich die nämliche ist und innerhalb verhältnismäßig geringer Grenzen schwankt. So wurden z.B. folgende Zahlen erhalten:

Leuchtgas aus: Heidelberg. Breslau. Bonn.
Wasserstoff 41,04 40,70 39,80 Volumprocente
Grubengas 40,71 39,82 43,12
Kohlenoxyd 7,64 4,01 4,66
schwere Kohlenwasserstoffe 7,28 4,96 4,75
Kohlensäure 0,58 0,41 3,02
Stickstoff 2,75 10,10 4,65