Text-Bild-Ansicht Band 21

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So wie ich bloß zur Bestätigung der neu entdekten Eigenschaft der rauchenden Säure mehrere Mahle die angeführte Destillation unternahm, so versuchte ich, nachdem ich gesehen hatte, daß die wasserfreie Säure, oder die erste, welche als Dampf, der durch die Erwärmung sehr elastisch gemacht worden, übergeht, eine sehr bedeutende Wirkung auf die in der Luft befindlichen organischen Flüßigkeiten habe, so versuchte ich, sage ich, diese Säure kräftig in die Luft ausströmen zu lassen, um den Erfolg davon zu sehen. Nachdem ich also diese Säure in die Luft gebracht hatte, indem ich die Rohre des Ballons, als der Apparat gut erhizt worden war, öffnete, zeigte sich jener weiße Rauch nicht, welcher entsteht, wenn sie die Feuchtigkeit gemächlich anzieht, sondern es entstand ein zerstreuter und schwärzlicher Dampf, gleich jenem, der sich beim Verbrennen vegetabilischer Substanzen erhebt; ich wiederholte diesen Versuch öfter mit Erfolg, so daß ich mich berechtigt halte, zu glauben, daß die wasserfreie Säure im Zustande eines sehr elastischen Dampfes so kräftig auf die organischen Flüßigkeiten wirkt, daß sie dieselben sogleich verbrennt, wie sie damit in der Luft in Berührung kommt. Gewiß ist es, daß, wenn ein Strom dieses Dampfes auf organische Körper kommt, diese sogleich verkohlt werden, als wären sie vom heftigsten Feuer angegriffen worden.

Ich sagte am Anfange dieser Abhandlung, daß Hrn. Bussy eine, den angeführten ähnliche, Erscheinung vorgekommen seyn müsse. Er sagt auch, nachdem er alles bei der Destillation Nöthige angeordnet: „diese Zurichtung des Apparates ist höchst nothwendig, weil es unmöglich ist, Korkstöpsel oder irgend eine Art von Kitt zu bereiten, wodurch man im Stande wäre, die Gefäße genau zu verschließen, während es doch so wichtig ist, die Säure vor dem Zutritte der atmosphärischen Luft zu schüzen.“

Dieses sorgfältige Beschüzen der Säure vor dem Zutritte der atmosphärischen Luft kann wohl nicht wegen der wenigen Feuchtigkeit, welche sie aufnehmen könnte, so sehr empfohlen werden, sondern wegen des Verbrennens der organischen Flüßigkeiten, das durch die wasserfreie Säure in elastischem Zustande bewirkt wird. Daher geschieht es, wie ich durch Versuche erwiesen habe, daß, bei dem Eintritte der Luft in den Ballon, nicht bloß die feste Säure, welche sich in demselben