Text-Bild-Ansicht Band 21

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gut in einander paßten, daß kein Dampf der Säure herausdringen konnte; der Hahn selbst schloß auch so schlecht, daß, ohne derselben zu öffnen, Säure in die Gloke eindrang.

Wegen dieser Unvollkommenheit des Instrumentes zeigten sich die Erscheinungen nicht so auffallend, als es der Fall hätte seyn müssen, wenn eine größere Menge wasserfreie Säure mit Schnelligkeit in die Gloke gelangt wäre. Ich konnte dem Dampfe der Säure nur sehr wenig Elasticität geben, so daß er, bei Oeffnung des Hahnes, sehr langsam in die Gloke drang; außerdem war es auch noch sehr nachtheilig, daß schon vor dem Oeffnen des Hahnes etwas Säure hineinkam. Wenn eine große Menge wasserfreie Säure in die Gloke gelangt, so reicht die, in der Luft, der Gloke enthaltene, Feuchtigkeit bei weitem nicht hin, um alle in gewöhnliche Säure zu verwandeln, und es bleibt noch eine große Menge wasserfreie Säure zurük, welche kräftig auf die organischen Dünste einwirkt; dringt aber dieselbe nur in geringer Menge und langsam ein, so wird sie ganz von der Feuchtigkeit der Luft in gewöhnliche Säure verwandelt, in welcher sich die organischen Dünste auflösen, so daß die oben erwähnte kohlige Substanz nicht mehr entsteht; dieß geschieht jedoch nicht bei jener geringen Menge gewöhnlicher Säure, die sich bildet, wenn die Säure in großer Menge in die Gloke gelangt; indem die Wirkung der Säure auf die Feuchtigkeit zugleich mit jener auf die organischen Dünste erfolgt, so daß diese verbrannt werden, ehe sie Zeit haben sich mit der entstandenen gewöhnlichen Säure zu verbinden. Ich bemerkte oft, wie sich im Augenblike der Wirkung der Säure die kohlige Substanz sehr sichtbar absezte, während sie, nachdem sie in der Säure, welche Feuchtigkeit anzog, sich auflöste, kaum mehr sichtbar ist.

Aus den eben angeführten Gründen, (welche von der Unvollkommenheit des Instrumentes herrühren), konnte ich in der Gloke die Absezung von verkohlter Substanz nicht bemerken, wohl aber in den Röhren, am Hahne und kurz an allen jenen Stellen, bei welchen sich die Säure schneller vorbei bewegte; in einigen Fällen erzeugte sich die dunkle Substanz auch rund um den Hahn, in der konischen Röhre etc., so daß es mir schien, die daselbst befindliche Säure ziehe aus den angegebenen Ursachen die organischen Dünste so schnell an, daß auch die, in der Luft der Gloke zerstreuten, in die Röhren gezogen und