Text-Bild-Ansicht Band 21

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dort verbrannt werden. Dem mag jedoch seyn wie ihm wolle, so ist soviel gewiß, daß sich an den bemerkten Stellen kohlige Substanz ansezte. Bemerken muß ich, daß die Röhren nach jedem Versuche sorgfältig mehrere Mahle mit destillirtem Wasser abgewaschen, dann ohne weiters in Papier eingewikelt, und in der Sonne, oder im Trokenofen getroknet werden müssen, denn ohne diese Vorsichtsmaßregeln könnte der Staub der Luft, oder irgend etwas anderes in die Röhren gelangen, und so bei dem Versuche eine verkohlte Substanz erzeugen, welche nichts weniger als von den, in der Luft enthaltenen, organischen Dünsten herrührt.

Nachdem ich mit aller Vorsicht, die jeden Irrthum unmöglich machte, die Luft in natürlichem Zustande, und mit faulen Dünsten (wie von faulem Fleische, Urin etc.) geschwängert, untersucht hatte, unterwarf ich auch solche Luft meinen Versuchen, die mit Alkohol-Dampf, mit ätherischen Oehlen, Kampfer, und anderen riechenden flüchtigen Harzen und Gummiharzen imprägnirt war; ich wollte auch den Dunst des Schwefel-Aethers57)untersuchen; allein ich erhielt damit nicht mehr kohlige Substanz, als mit gewöhnlicher atmosphärischer Luft. Die größte Menge kohliger Substanz gab, unter den angegebenen Körpern, der Weingeistdunst, und nach diesem der Kampfer; indessen zeigten auch die übrigen einen größeren Gehalt davon, als die einfache atmosphärische Luft.

Aus den angegebenen Versuchen glaube ich schließen zu dürfen, daß mein Diaftoroskop, wenn es genau verfertigt würde, geeignet wäre, uns die, in der Luft enthaltenen, organischen, Dünste zu beweisen. Uebrigens glaube ich, daß es am besten wäre, wenn man den Recipienten und die Röhren aus Metall, statt aus Glas, machte, weil man dann dem sauren Dampfe mehr Elasticität geben könnte, ohne Gefahr zu laufen, daß das Instrument zerspringt, und weil dann der Erfolg größer seyn würde.

Das hierzu am tauglichsten Metall wäre die Platinna, da es das wohlfeilste unter jenen Metallen ist, die von Schwefelsäure nicht angegriffen werden; allein auch die Platinna ist zu theuer, als daß sich ein Jeder mein Instrument daraus

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Hr. Prof. Marianini beehrte mich bei einigen dieser Versuche mit seiner Gegenwart.