Text-Bild-Ansicht Band 21

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verfertigen lassen könnte; daher halte ich es für passend, hier einige Versuche anzuführen, welche ich anstellte, um zu beweisen, daß auch die gewöhnlichsten Metalle zur Verfertigung meines Apparates verwendet werden könnten.

Die wasserfreie Schwefelsäure greift keines der gewöhnlichen Metalle an.

Nach Erläuterung der neuen Eigenschaft der wasserfreien Säure58), wollte ich auch die Wirkung derselben auf die Metalle und die salzfähigen Basen59)untersuchen; ich will hier aber bloß jener auf die Metalle erwähnen, da sie mit meiner gegenwärtigen Aufgabe unmittelbar zusammenhängt.

Bei Untersuchung der Wirkung der wasserfreien Säure auf die leicht oxidirbaren Metalle muß die, in der Gloke und in den Röhren befindliche, Luft so troken als möglich seyn, damit kein Atom gewöhnliche Säure entsteht. Um die Luft auf einen hohen Grad von Trokenheit zu bringen, sezte ich, nachdem ich die Gloke und die Röhren so troken als möglich gemacht hatte, eine silberne Schale60)von großer flacher Oberfläche mit stark getroknetem Calcium-Chlorür unter die Gloke, die ich so anbrachte, daß von außen keine Luft mehr eindringen konnte; in diesem Zustande ließ ich den Apparat einige Stunden lang, während welcher ich die Röhren und die Gloke erwärmt hielt, damit sich alle Feuchtigkeit davon trennt, und vom Chlorür angezogen wird. Nachdem ich mich auf diese Weise versichert hatte, daß keine Feuchtigkeit mehr in der Luft sey, und nachdem ich bereits die Metalldrähte oder Metall-Blättchen in die kegelförmige Röhre gebracht hatte, erhizte ich die Säure, und erzeugte wasserfreie Säure, die gerade auf das, der Untersuchung unterworfene, Metall wirken mußte.

Zink, Kupfer, Eisen, Silber, Blei, Zinn, Messing,

58)

Ich gebe dieser Säure nach dem Beispiele anderer berühmten Chemiker den Beinamen wasserfrei, ohne deßwegen behaupten zu wollen, daß sie auch nicht die geringste Menge Wasser enthält.

59)

Die Wirkung der wasserfreien Säure auf die salzfähigen Basen werde ich in einer anderen Abhandlung bekannt machen.

60)

Ich bediente mich eines silbernen Schälchens, um, bei auf einander folgenden Versuchen, das Chlorür neuerdings troknen zu können, ohne es von einem Gefäße in ein anderes umgießen zu müssen, und um es, damit es alle seine Wirksamkeit besize, sehr warm unter die Gloke bringen zu können.