Text-Bild-Ansicht Band 21

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das mathematisch-mechanische Institut Reichenbach, Utzschneider und Liebherr, wo ich ihn der Oberaufsicht des Hrn. Prof. Schiegg übergab, welcher das Institut zur selbigen Zeit beinahe täglich besuchte.

Hr. Fraunhofer berechnete, und schliff die aus dem neuerbauten Glasofen zu Benediktbeurn hervorgegangenen Gläser zu den ersten größeren für die Sternwarte in Ofen bestimmten Instrumente. Von nun an sollten nicht bloß die Gläser für die Winkel-Instrumente, sondern auch alle andere optischen Instrumente erzeugt werden. Dieses bewog mich, den optischen Theil des Institutes Reichenbach, Utzschneider und Liebherr nach Benediktbeurn zu verlegen, und Hr. Fraunhofer, nach dem freiwilligen Austritte des Hrn. Niggl's, als Optiker dort zu verwenden, in der Absicht, durch ihn dort mehrere Arbeiter unterrichten, und von dort aus die Gläser für das Institut Reichenbach, Utzschneider und Liebherr in München bearbeiten zu lassen. Um der optischen Anstalt in Benediktbeurn mehr Festigkeit zu geben, und Hrn. Fraunhofer eine sichere Existenz zu verschaffen, schlug ich vor, ein eigenes Institut für die Optik allda zu errichten.

Der Gesellschaftsvertrag kam auch am 7. Febr. 1809 zwischen mir, Reichenbach und Fraunhofer zu Stande. Herr Mechanikus Sigismund Rudolph Blochmann wurde aus dem mathematisch-mechanischen Institute durch einen eigenen unter 15ten Febr. 1809 mit ihm abgeschlossenen Vertrag gleichfalls dahin versezt, um den mechanischen Theil der optischen Anstalt allda zu leiten.

Hrn. Fraunhofers Bestimmung war, den optischen Theil in seiner ganzen Ausdehnung unter seine Aufsicht zu nehmen. Früher hatte er sich in seinen theoretischen Arbeiten auch mit der Katoptrik beschäftigt, und im Jahre 1807 über die Abweichung außer der Are bei Telescopspiegeln eine – noch nicht gedrukte – Abhandlung geschrieben; er zeigt darin, daß die hyperbolischen Spiegel den parabolischen vorzuziehen seyen, und theilt auch die Erfindung einer Maschine mit, durch welche die Flächen hyperbolischer Segmente, so wie auch andere geschliffen werden können. Bei dem großen Bedürfnisse von Gläsern, welches das mathematisch-mechanische Institut in München bei ihren vielen Instrumenten hatte, wurde in dem Gesellschaft-Vertrage ausdrüklich