Text-Bild-Ansicht Band 21

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ich für gut gefunden, das optische Institut mit Hrn. Fraunhofer nun allein fortzusezen; der Gesellschafts-Vertrag zwischen Hrn. Fraunhofer und mir wurde auch am 20. Febr. 1814 abgeschlossen; in demselben schenkte ich Hrn. Fraunhofer ein – diesem optischen Institute nicht zu entziehendes – Kapital von zehntausend Gulden als Einlagsfond von seiner Seite, so, daß er bei einem fixen Gehalte neben andern Begünstigungen, und bei seinem Antheile an der reinen Rente aus dem Ertrage des optischen Institutes für die Zukunft ein von Nahrungssorgen ganz freies Leben gewann.

Von diesem Zeitpuncte an entwikelte sich erst Hrn. Fraunhofers ganze Thätigkeit. Der Optiker, Hr. Petr. Ludw. Guinand, welcher sich vorzüglich mit Flint- und Crownglasschmelzen beschäftigte, hat am 20. Dezbr. 1813 Benediktbeuern verlassen; der ausgezeichnete Mechaniker Hr. Rudolph Sigismund Blochmann blieb aber bis zum Jahre 1818 als Techniker für die Leitung des mechanischen Theiles im optischen Institute zu Benediktbeurn, wo derselbe zu unserm Bedauern uns verließ, um seine neue – ihm angetragene Stelle zu Dresden als königlicher Inspektor des mathematischen Sallon anzutreten.

Hr. Fraunhofer nahm auf diese Weise allmählig alle Theile des optischen Institutes, welches im Jahre 1819 nach München verlegt wurde, unter seine unmittelbare Leitung; die Arbeiten dieser Anstalt vermehrten sich dergestalt, daß gegenwärtig fünfzig Menschen beschäftigt werden. Neben den vielen Bestellungen vom Auslande werden auch jezt noch in diesem Institute Utzschneider und Fraunhofer die optischen Theile für jene astronomischen und geodätischen Winkel-Instrumente verfertigt, welche in dem Reichenbach'schen Attellier, dessen Eigenthümer seit dem Jahre 1820 Hr. Mechanikus Traugott Ertel geworden ist, erzeugt werden.

Im Jahre 1823 wurde Hr. Fraunhofer zum Conservator des physikalischen Kabinets der k. bayer. Akademie der Wissenschaften ernannt, und erhielt aus dem Fonde dieser Akademie auf sein Ansuchen einen jährlichen Gehalt von achthundert Gulden.

Sr. Majestät der König Maximilian Joseph, allerhöchstseligen Andenkens, erhoben ihn im Jahre 1824 nach der öffentlichen Ausstellung des für die russisch kaiserl. Sternwarte in Dorpat bestimmten Refraktors zum Ritter des Civil-Verdienstordens