Text-Bild-Ansicht Band 21

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der bayer'schen Krone. Mehrere auswärtige gelehrte Gesellschaften ernannten Hrn. Fraunhofer zu ihrem Mitgliede, und die Universität Erlangen zum Doktor der Philosophie.

Dieses war die Bahn und der Gang meines edlen Freundes Jos. von Fraunhofer zu dem Tempel des ewigen Ruhmes, bis ihn im Oktober vorigen Jahres eine Krankheit beschlich, die denselben acht Monate lang am Krankenlager festhielt.

Der Einsturz des Hauses, unter dessen Schutte er herausgegraben werden mußte, scheint einen Eindruk körperlicher Schwäche in ihm zurükgelassen zu haben; überdieß litt er schon seit mehreren Jahren an Drüsen-Geschwüren; mehrere Katharre wurden vernachläßigt; die geistigen Anstrengungen, wobei der Körper fast immer vernachläßigt ward, wurden selten unterbrochen; die Hize und Dünste des Glasofens, gegen welche er von mir öfters gewarnt worden, konnten die Schwäche seines Körpers nur vermehren; er unterlag am Ende, wenn auch sein Geist bis zum lezten Athemzuge sich aufrecht erhielt, und seiner sich bewußt war. Obschon unverheirathet, hatte er während seiner langwierigen Krankheit doch alle mögliche Pflege. Die Hoffnung zur Wiederherstellung seiner Gesundheit, und zur Befestigung derselben eine Reise in ein milderes Klima nach Frankreich oder Italien machen zu können, verließ ihn nicht bis zu seinem Hinscheiden, das am 7. Juni Morgens 10 3/4 Uhr erfolgte.

Einige Tage vor seinem Lebens-Ende erhielt er noch das Diplom als Ritter des königl. dänischen Dannebrogordens.

Seine Krankheit und sein Tod erregten allgemeine Theilnahme. Bei seiner Beerdigung herrschte unter den zahlreichen Begleitern aus allen Ständen eine Stille, die Jedermann ergriff. Der Magistrat der königlichen Haupt- und Residenz-Stadt München ehrte das Andenken an Fraunhofer unter andern auch dadurch, daß derselbe mir vermittelst Schreiben vom 10, Juni die Befugniß einräumte, den Begräbnißplaz für den Verblichenen, wo es mir gefällig seyn wird, auf dem Kirchhofe auszuwählen. Die von mir gewählte Stätte mit dem darauf zu errichtenden Monumente soll nach Magistratischen Beschlusse für immer dem Andenken Fraunhofers unentgeldlich gewidmet bleiben. Ich nahm das ehrenvolle Anerbieten des Magistrates für Fraunhofer dankbar an, und wählte zu seiner Beerdigung den Plaz unmittelbar an der Seite des erst vor wenigen