Text-Bild-Ansicht Band 21

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wenn man Hausenblase in reinem Wasser zerrührt, behält sie einen so bedeutenden Umfang, daß es uns unmöglich scheint, daß sie jene Stoffe alle mit sich zu Boden führt, welche das Bier trüben, wenn anders irgend ein Hinderniß dabei sich zeigen sollte. Die Hausenblase darf also nicht schlaff in der Flüssigkeit vertheilt bleiben, sondern irgend ein chemisches Mittel scheint die Zusammenziehung derselben, eine gewisse Spannung, bewirken zu müssen.

Um darauf zu kommen, welches chemische Mittel diese Wirkung erzeugen kann, haben wir die zubereitete Hausenblase nach und nach mit jedem Bestandteile des zu klärenden Bieres in Verbindung gebracht. Wir nahmen Wasser, welches einige Kalksalze enthielt, schwache Hydrochlorat-Auflösungen, schwefelsaure Pottasche, wesentliches Oehl, eine etwas gezukerte Flüßigkeit; Alkohol mit 15 bis 20 Gewichttheilen mit Wasser gemengt; Wasser, in welches etwas Starkmehl eingerührt wurde; eine Schleim-Auflösung cc.; alle diese Flüßigkeiten zogen verdünnte Hausenblase nicht merklich zusammen. Wir dachten nun an die weniger auflöslichen Stoffe im Biere, und hier fielen uns die Hefen ein.

Etwas weniges trokene, im Laboratorium zu Gährungs-Versuchen aufbewahrte, Hefen wurden in Wasser geweicht, und in demselben durch Reibung verdünnt. Einige Tropfen davon in reines Wasser gethan, machten dasselbe gleichförmig trübe schillern. Ein Hundertel zubereiteter Hausenblase (dem Umfange nach), wurde in diese getrübte Auflösung gebracht, damit kräftig geschüttelt, und dann hingestellt, um sich zu sezen. Schon in einer Minute sah man deutlich faserige Floken erscheinen, die sich anhäuften, sich in einander zurükzogen, die Flüßigkeit durch ihre unzählbaren Maschen gleichsam durchpreßten, bis endlich das ganze Nez sich zu Boden sezte, und die Flüßigkeit hell blieb.

Diesen Versuch, der uns entscheidend schien, wiederholten wir öfters, immer mit dem besten Erfolge: nur durften weder die Hefen noch die Hausenblase im Ueberschüsse vorhanden seyn: denn sonst erfolgte keine Klärung. Um auf eine noch entschiedenere Weise den Einfluß des Gewebes der Hausenblase bei dem Klaren zu erweisen, desorganisirte man (wenn man so sagen darf) dieselbe durch Auflösung in kochendem Wasser. Auf diese Art in eine Gallerte verwandelt, schlug sie die Hefen nicht mehr nieder.