Text-Bild-Ansicht Band 21

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und Vandalen gerichtet haben. Wir senden Hundert-Tausende den Griechen, und wollen uns gothische Häuser bauen und unsere Zimmer gothisch möblieren! – Wir hoffen Hr. Ackermann wird sich mit der Nachwelt aussöhnen, und uns nächstens, zum Beweise, daß er in England englische Sitte angenommen, und uns bloß mit einem mitleidigen „Sneer“ behandelt hat, indem er uns mit gothischen Möbeln überschüttete, die Abbildung einer gothischen Barbier- und Schminkbüchse und eines gothischen Nacht-Topfes, sammt hierzu gehöriger Beschreibung, schenken.

Reinigung des Bastard-Zukers.

Statt der Thonerde, mit welcher der braune Zuker bisher gereinigt wurde, nimmt Hr. Barlow, Zuker-Raffineur, New-Road, St. Georg's, Middlesex, gemeinen westindischen Syrup (ordinary westindian Molasses) und gießt etwas davon auf diejenige Stelle des Zukerhutes, wo man sonst die Thonerde hinlegt. In einigen Stunden ist dieser Syrup durch den ganzen Hut durchgelaufen, und hat, so wie er unten herauströpfelt, allen Färbestoff aus demselben ausgezogen. Wenn der Syrup zu dik ist, kann man denselben mit Wasser verdünnen. Hr. Barlow ließ sich auf dieses Verfahren am 15. März 1825 ein Patent ertheilen.128) (Repertory of Patent-Inventions. August. S. 65.)

Ueber ostindischen Orleans.

Die Society of Arts sezte vor einigen Jahren einen Preiß für denjenigen aus, der aus den englischen (Kolonien eben so guten Orleans einführen würde, wie der spanische ist. Die HH. C. Stewart und Comp. Lak-Fabrikanten zu Bancoorah in Bengalen, haben eine kleine Probe Orleans nach London gesandt, welche ein Hr. M., Killop nicht aus der Bina Orellana, sondern aus der Metella tinctoria, die in der Nähe von Sevendroog wächst, bereitete. Hr. Reynolds, Färber in Spitalfields zu London, fand diesen ostindischen Orleans so gut, als den bisherigen spanischen. Nach Hrn. Jourdainee's, Färbers in Grubstret, Versuchen färbte aber der ostindische Orleans die Seide weit schwacher. Hr. Hennell, Mitglied der Gesellschaft, fand bei genauerer Untersuchung, daß, während der spanische Orleans 61 pC. Wasser enthält, der ostindische auch nicht Ein Procent hat, und daß Weingeist aus dem ostindischen 63 pC. Färbestoff, aus dem spanischen aber nur 52 auflöste. Die Schönheit der Farbe zeigte sich übrigens unter gleichen Umständen bald zum Vortheile des ostindischen, bald zum Vortheile des westindischen Orleans. (Gill's Techn. Repos. Juli 1826. S. 58 aus den Transactions of the Society for Encouragement. Vol. XLIII.)

Die beste Farbe der Kleider bei großer Hize.

Die Haut eines Negers kann 10 Minuten länger die Einwirkung der Sonnenstrahlen aushalten, ohne gesengt zu werden, als die Haut eines Weißen; denn die Haut des lezteren läßt einen Theil der Sonnenstrahlen durch, und auf die empfindlichen Theile unter derselben unmittelbar einwirken, während auf der schwarzen Haut die Strahlen von der schwarzen Oberfläche absorbirt wirken, und so bloß warm, nie aber brennend heiß machen. Je schwarzer der Rok, desto kühler fühlt man sich demnach unter demselben; denn die Hize, welche die Sonnenstrahlen an einem Körper erzeugen, steht

128)

Dieses Verfahren ist nicht neu und in vielen Zuker-Raffinerien schon längst angewendet. Durch eine zwekmäßige Vorrichtung, nemlich mittelst Druk der Luft, läßt sich dieser Raffinirungs-Prozeß unendlich beschleunigen. A. d. R.