Text-Bild-Ansicht Band 27

Bild:
<< vorherige Seite

soll, derselben gepülverten gelben Ocher, oder wenn sie braun werden soll, etwas Spanisch-Braun zusezen.92)

Wenn man einem Strohdache zwei oder drei Lagen von dieser Farbe gibt, und auf die lezte Lage, ehe sie noch troken ist, trokenen feinen Sand streut, so wird das Strohdach dem Regen sicher widerstehen und kein Wasser durchlassen – „(desto leichter aber Feuer fangen).“ Für kleine Hütten können auch Pappendekel oder sehr dikes braunes Pakpapier auf leichte Latten genagelt, und mit dieser Farbe bestrichen und dik befandet, als Bedekung dienen.

LI. Ueber Bereitung und Gebrauch des Mastix-Firnisses, vorzüglich für Oehlgemählde. Von Josua Shaw.

Aus dem Franklin-Journal, in Gill's technical Repository. Novbr. 1827. S. 304.

Sammler und Liebhaber von Gemählden wünschen öfters einen Firniß, um ihre Gemählde zu restauriren oder zu erhalten. Ich theile hier folgende Bemerkungen über Bereitung eines solchen guten Firnisses, und über die beste Art, denselben aufzutragen, mit.

Erfahrung hat gezeigt, daß Mastix-Firniß zu diesem Zweke am besten dient, vorzüglich in den Händen solcher Individuen, die in dem Auftragen des Firnisses nicht sehr gewandt sind, und vielleicht auch, mit einigen Ausnahmen, selbst noch in den Händen eines Adepten. Dieser Firniß wird gewöhnlich auf folgende Weise bereitet. Man löst den Mastix in Terpenthingeist in einem Sandbade in einem gut glasirten Gefäße auf, oder auch in einem kupfernen Gefäße; schüttelt oder rührt ihn gelegentlich auf, bis er ganz aufgelöst ist, was gewöhnlich noch ehe geschieht, als die Temperatur die Siedehize erreicht hat, seiht die Auflösung hierauf durch ein Stük Baumwollentuch durch, (was besser ist, als durch Leinwand, weil dadurch weniger Fasern in den Firniß kommen, die bei dem Auftragen viele Ungelegenheit verursachen), und bewahrt die Auflösung in einer gut zugestöpselten Flasche auf, die man zwei oder drei Wochen lang in die Sonne stellt, wo sich dann eine Menge schleimiger Materie zu Boden sezt, und die Auflösung vollkommen wasserhell wird. Man gießt sie hierauf in eine andere Flasche über, und bewahrt sie zum Gebrauche auf. Auf diese Weise wird der in den Kramläden käufliche Mastix-Firniß bereitet. Um aber einen Firniß zu erhalten, auf welchen man

92)

Noch besser eignet sich ein Zusaz von Gyps- und Eisenoxyd, welche Mischung man erhält, wenn man 1 Theil Eisenvitriol in 2 Theilen kochendem Wasser auflöst, und mit dieser Auflösung den frisch gebrannten Kalk zu Pulver löscht. A. d. R.