Text-Bild-Ansicht Band 30

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hyacinthrothe Farbe, welche dem Blau so nahe steht, daß die geringste Menge Kobaltoxyd sie dunkelblau macht.

Es scheint also, daß das Nikeloxyd es ist, welches dem durch Kobalt gefärbten Glase den Stich ins Purpurrothe ertheilt, der es so angenehm macht.

Man darf also nicht schließen, wie Richter es that, welcher nur mit einem unreinen Nikel arbeiten konnte, daß das Oxyd dieses Metalles das Porcellan schwarzbraun färbt, und sogar die Farbe des Kobalts, womit es vereinigt ist, unrein macht; im Gegentheile glaube ich aus den mit gereinigtem Nikel angestellten Versuchen und den Analysen der mit Kobalt dargestellten blauen Gläser folgern zu können:

1) Daß das reinste Nikel, wie man es nach dem Verfahren von Laugier erhält, dem Glase immer eine schöne Hyacinthfarbe ertheilt, welche bei durchsichtigen Gläsern deutlicher und glänzender als bei undurchsichtigen ist.

2) Diese Farbe ist dem Blau so nahe, daß die geringste Menge Kobalt hinreichend ist, um sie in dieses zu verwandeln; daher man mit Erfolg das Nikeloxyd für dunkelblau anwenden kann.

3) Hieraus geht hervor, daß man eine Reihe blauer Nüancen von der hellsten bis zum Purpurblau darstellen kann.

Nachdem ich nun angegeben habe, welche Farben Nikel und Kobalt, sowohl einzeln als verbunden geben könne, gehe ich zu dem Blau über, welches man mit Kupferoxyd und Eisenoxyd erhalten kann.

Kupfer.

Das Kupfer, welches den Salzen, die es mit den Säuren bildet, so schöne Farben ertheilt, ist auch eine der Substanzen, welche am häufigsten zum Färben des Glases und des Emails angewandt werden.

Auf seiner niedrigsten Oxydationsstufe bringt es das schönste Roth hervor. Ich erhielt mittelst Kupfer nach den Angaben des Herrn Schweighäuser, dessen Abhandlung über die Kunst, das Eisen zu emailliren, von der Société d'Encouragement mit so vielem Recht gekrönt wurde, schöne durchsichtige Scheiben von rothem Glase, von eben so schöner Farbe, wie die Fenster in den Kirchen, von denen ich glaube, daß sie größtentheils ebenfalls mit Kupfer roth gefärbt sind,202) wovon ich mich auch durch die Analyse überzeugt habe. Im Allgemeinen gibt es nur sehr wenige Gläser, welche, wie mehrere

202)

Man vergleiche über diesen Gegenstand die Abhandlung desselben Verfassers im polytechn. Journ. Bd. XXVIII. S. 299, und über die rothe Färbung des Emails durch Kupferoxydul Bd. XXVIII. S. 560.

A. d. R.