Text-Bild-Ansicht Band 33

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den Apparat, nach Erforderniß abzuändern und andere Artikel, einen oder mehrere, von ähnlicher chemischer Kraft und Verwandtschaft anzuwenden27).

XVIII. Eine neue Bereitungsart der Chromsäure; von Hrn. Maimbourg, Professor der Mathematik.

Aus dem Bulletin de la Société indusrielle de Mulhausen. N. 8. S. 191.

Man konnte die reine Chromsaure noch nicht in hinreichender Menge erhalten, um damit eine große Anzahl von Versuchen anzustellen, und wir kennen daher ihr Verhalten gegen die anderen Körper noch ziemlich unvollständig. Diejenige, welche Vauquelin erhielt, indem er eine Auflösung von chromsaurem Baryt in Salpetersäure mit Schwefelsaure fällte, hielt noch Salpetersäure zurük und war mit ein wenig Schwefelsaure verbunden. Die Methode des Hrn. Unverdorben gibt ein reines Produkt, aber in sehr geringer Menge; man bringt in eine bleierne Retorte 4 Theile chromsauren Baryt, 3 Theile flußsauren Kalk, der frei von Kieselerde ist und vorläufig calcinirt wurde, und 5 Theile möglichst concentrirte Schwefelsaure und erhizt gelinde. Es bildet sich ein gasförmiges Fluorchrom, welches man in einem Platingefäße auffängt, das ein wenig Wasser enthält. Dieses Wasser wird unmittelbar zersezt: sein Sauerstoff verbindet sich mit dem Chrom zu Chromsaure und sein Wasserstoff bildet mit dem Fluor Flußsäure, welche man aus der Flüssigkeit durch Verdampfen entfernen kann. Wenn man nur die Wände des Platingefäßes befeuchtet und es mit einem befeuchteten Papier bedekt, so zersezt sich das Fluorchrom in den Wasserdünsten und die Chromsäure krystallisirt in sehr leichten Büscheln, welche bald das Gefäß anfüllen. – Hr. Maus bereitet die Chromsäure nach folgendem Verfahren: „Er zersezt vereine warme und concentrirte Auflösung von käuflichem saurem chromsaurem Kali; die Flüssigkeit wird filtrirt und zur Trokniß abgedampft; dann löst er die so ausgetroknete Säure in möglichst wenig Wasser auf u.s.w. 28).

27)

Kann man sich eine niederträchtigere Patent-Erklärung denken, als diese? Kann es schlechtere Geseze geben, als die, welche auf solchen Hocus Pocus Rechte gründen? Sehr Recht hat das London Journal of Arts, wenn es in seinem Mai-Hefte sagt S. 65: „das ganze Patent-System ist ein Raubsystem, kein Schuz-System.“ Für das Unterzeichnen solcher Bübereien hat ein Angestellter jährlich 24,000 fl. (2000 Pfd.), der andere 36,000 fl. (3000 Pfd.). Im J. 1825, wo 247 Patente bezahlt wurden, gewannen die angestellten Beamten am Patent-Amte 12,000 Pfd. (144,000 fl.)! Das Repertory of Patent Inventions, das sonst so streng im Recensiren der Patente ist, ließ diesen Unsinn unangetastet durch, und gab ihn noch mit allen Kanzellei-Schnörkeln.

A. d. U.

28)

Bulletin des sciences mathématiques, etc. de M. de Férussac, März 1829, S. 199.

A. d. O.