Text-Bild-Ansicht Band 33

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Apparate auf dem Ende dieses Stükes drehen, das sich in den Ringzaum AA einreibt, in welchem es so festgehalten wird, daß der Dampf bei dem Zapfen z, durch welchen die Stüzen vereinigt werden, keinen Ausgang zu finden vermag, so daß also die beiden Stüke PP und AA, wie wir bereits bemerkten, vollkommen vereinigt bleiben.

Anmerkung des Herausgebers des Industriel. Während wir die Correctur dieser Blätter erhalten, erfahren wir, daß Hr. Pecquet sich ein Patent auf einen Kessel geben ließ, den er Compensations-Kessel (Chaudière à Compensation) nennt, und der mit diesem der HHrn. Brüder Drouault vollkommen ähnlich ist53).

XXXVII. Ueber Erwärmung der Waidküpen zum Blaufärben. Von Hrn. Kasimir Maistre, Fabrikanten zu Villeneuvette (Hérault).

Aus dem Industriel. Februar. S. 521.

Mit Abbildung auf Tab. IV.

Wenn man heute zu Tage weiß, daß man Wolle nur mittelst Indigo schön und dauerhaft färben kann, so weiß man auch, daß dieser Färbestoff nur durch seine Auflösung in der Waidküpe diese Wirkung hervorzubringen vermag.

Die sogenannten indischen Küpen, die Harn-Küpen, die Schwefel-Arsenik-Küpen, die Zinnoxyd-Küpen dürfen es nicht wagen, den Waid-Küpen gleichkommen zu wollen.

Indigo ist im Wasser in jeder Temperatur unauflösbar. Seine Auflösung in Schwefelsäure gibt prachtvolle Schattirungen; allein sie sind nicht haltbar. Die übrigen chemischen Körper, die ihn aufzulösen vermöchten, verändern denselben mehr oder minder, und bieten dadurch bei ihrer Anwendung unübersteigliche Hindernisse dar, während der Waid in seiner Gährung, mittelst Beihülfe der Wärme und der Alkalien, die Eigenschaft besizt den Indigo vollkommen aufzulösen und in einen Zustand zu versezen, in welchem er sich ohne Beihülfe irgend eines Beizungsmittels mit der Wolle unmittelbar verbinden kann.

Eine Waidküpe zum Färben der Wolle oder der Tücher besteht aus starken Dauben von gesundem Eichenholze, die mittelst eiserner

53)

Es versteht sich von selbst, daß dieser Kessel nicht bloß bei der Runkelrüben-Zukerraffinerie, sondern auch bei der anderen, und überhaupt überall anwendbar ist, wo es sich um Abdampfung handelt. Nur wäre es sehr zu wünschen, daß, obschon dieser Apparat leicht rein gehalten werden kann, andere Röhren, als messingene, genommen werden könnten, die immer so gut giftig bleiben, als kupferne. Man sollte den Aufwand nicht scheuen, sie zu plattiren. A. d. U.