Text-Bild-Ansicht Band 33

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sie würden auch für eine größere Anzahl hinreichen; zwei derselben pumpen, mahlen den Indigo und rühren; der dritte leitet das Feuer und öffnet und schließt die Hähne. In weniger als drei Stunden sind alle sechs Küpen wieder aufgewärmt, während man ehevor zu derselben Arbeit 7 bis 8 Stunden und sechs Arbeiter nöthig hätte. Man erspart also an Zeit und Arbeitern ungefähr 50 p. C. Das ist jedoch einer der kleinsten Vortheile bei diesem Verfahren. Die größeren bestehen darin, daß die Küpe weniger matt wird, das Bad besser gewärmt wird, der Indigo sich besser auflöst, die Küpe schneller brauchbar wird und mehr und besser färbt.

XXXVIII. Ueber eine unzerstörbare Tinte, von Hrn. Heinrich Braconnot, Correspondent des französischen Instituts.

Aus den Annales de Chimie et de Phys. 1829, Bd. 40. S. 219.

Da die gewöhnliche Tinte sehr schnell zerstört wird, so hat man zu Privat- und Staats-Acten schon längst eine Tinte gewünscht, welche der Zeit und den wirksamsten chemischen Agentien widerstehen kann; unglüklicherweise haben jedoch die Versuche, die bis auf diesen Tag angestellt wurden, um eine Aufgabe zu lösen, welche die ganze menschliche Gesellschaft interessirt, wie es scheint, nichts Genügendes dargeboten. Als ich mich mit Hrn. Parisot aus Nancy mit Versuchen über die Färberei beschäftigte, in der Absicht dunkle, solide und wohlfeile braune Farben hervorzubringen, erhizten wir mehrere organische Substanzen mit Potasche auf dieselbe Art, wie ich früher mit den Sägespanen verfuhr, um künstlichen Moder zu erhalten55): wir fanden daß die Resultate nach der Natur der angewandten Substanzen verschieden waren; so konnten wir mit den Substanzen, die wenig Stikstoff enthalten, auf die Zeuge nur ein wenig dunkle Farbe befestigen, welche durch alkalische Laugen größtentheils wieder verschwand, während wir mit den thierischen Substanzen, wie Haaren, Leder, Horn u.s.w., viel dunklere Farben erhielten, welche schon den Vortheil hatten, den Alkalien, zu widerstehen. Da wir vermutheten, daß dieser Unterschied von dem in den thierischen Substanzen enthaltenen Stikstoff oder Schwefel herrühren könnte (und uns übrigens erinnerten, daß nach Fourcroy's Angabe das Schwefelkalium die Kohle auflöst), so kamen wir auf den Gedanken, dem zu röstenden Gemenge aus thierischer Substanz

55)

Der Verfasser erhizte nämlich 1 Theil Sägespane mit 1 Theil Kalihydrat und wenig Wasser in einem Silbertiegel unter beständigem Umrühren, bis auf ein Mal die Masse weich wurde, und die Späne sich unter Aufschäumen auflösten, worauf er den Tiegel sogleich vom Feuer nahm, Wasser zusezte u.s.w.

A. d. R.