Text-Bild-Ansicht Band 33

Bild:
<< vorherige Seite

vorschlägt. Auch ist sie bei dem Zuker, welcher nach dem Verfahren von Derosne bereitet wurde, nämlich durch Krystallisation und schwefelsaure Alaunerde, noch sehr merklich. Wenn nämlich dieser Zuker aus Wurzeln bereitet wurde, welche viel Ammoniaksalz enthielten, so gibt er durch den Kalk, Ammoniak, welches man durch den Geruch allein schon erkennen kann. Auch die unvollkommene Läuterung des nach dem lezteren Verfahren zubereiteten Saftes macht das Verkochen desselben unmöglich. Die Achard'sche Läuterung gibt deßwegen sehr wandelbare Resultate, weil der Runkelrübensaft sehr verschiedenartige Quantitäten Ammoniak enthält. Dieses Ammoniak wird bei dem Achard'schen Verfahren zum Theil mit Schwefelsäure gesättigt und das gebildete schwefelsaure Salz während der Concentration zersezt, wodurch Säuren frei werden, welche meistentheils nicht Schwefelsäure, sondern die Sauren aller in dem Saft aufgelösten Salze sind, nämlich Salzsäure, Salpetersäure, Aepfelsäure, Gallertsäure u.s.w. Dadurch bildet sich in dem Saft eine fremde Substanz, welche man durch kein bekanntes Mittel vermeiden kann; denn wenn man die freien Säuren genau neutralisirt, so ist der so behandelte Syrup schwer zu verkochen und gibt in den Formen immer schlechte Resultate. Diese Substanz ist besonders beim Verkochen des Syrups nachtheilig, denn sie macht ihn steigend, klebrig und braun; man findet sie sodann auch auf den Krystallen des Zukers, welche sich so zusammenhangend macht, als wenn sie auf einander geleimt worden wären; sie ist derjenigen ähnlich, welche man bei der Behandlung des Zukers mit Salpetersäure, wenn man Aepfelfäure bereiten will, erhält, wobei sich außer der Aepfelsäure eine braune, in Wasser auflösliche, in Alkohol unauflösliche, dem Gummi ähnliche Substanz bildet. Diese Substanz ist es, welche den krystallisirten Zuker verunreinigt und beim Raffiniren die angegebenen Hindernisse in den Weg legt.

Wir haben bemerkt, daß die Fabriken, welche nach der Krystallisationsmethode arbeiten, wegen des regelmäßigen und weniger schwierigen Ganges dabei, einen günstigeren Erfolg hatten. Wenn man die Fähigkeiten der Personen kennt, welchen in den meisten Zukerfabriken die Arbeit anvertraut wird, so überzeugt man sich sehr bald, daß jede Methode, welche in ihren Proceduren ein wenig verwikelt und zart ist, oft unübersteigliche Hindernisse darbieten muß. In den neuen Fabriken wird gewöhnlich alles durch einen Director geleitet, der mehr oder weniger Neuling und mehr oder weniger aufgeklart ist; mit den Maschinen und den Agentien, welche er zu handhaben hat, wenig vertraut, muß er sich außerdem Arbeiter heranziehen, welche mit dieser Industrie noch ganz unbekannt sind: dieses Geschäft macht so viele