Text-Bild-Ansicht Band 33

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Arbeit und ist so schwierig, daß es oft schlecht besorgt worden ist. Bei dem Verfahren durch Verkochen des Syrups besteht außerdem die Arbeit aus zehnerlei verschiedenen Operationen, wovon jede zu einem günstigen Erfolg unumgänglich nöthig ist, und wenn eine einzige davon vernachlässigt wird, so ist das Resultat schlecht. Diese Operationen werden nun gewöhnlich verschiedenen Arbeitern anvertraut, welche entweder unwissend oder nachlässig handeln können; man begreift also leicht, daß eine Arbeit, deren günstiger Erfolg von dem Eifer so vieler Individuen und von der Erfüllung so vieler Bedingungen abhängt, oft Resultate geben mußte, welche höchst betrübend für den Fabrikanten waren; der selbst wieder oft weder thätig noch aufgeklart genug war, um das Uebel zu heilen. Daher schreibt sich der gute Erfolg des Krystallisirens, welches leztere in der That keine schwierige Operation ist, die, wenn man ohne Vorurtheil sprechen will, manchen Fehler bemäntelt.

Diese Betrachtungen erklären es auch hinreichend, warum man durch Krystallisation im Allgemeinen mehr Zuker erhielt, als durch Verkochen; daraus kann man aber nicht schließen, daß man auch durch ein zwekmäßig geleitetes Verkochen weniger Zuker, als durch Krystallisiren erhält; die Erfahrung beweist im Gegentheil, daß man dadurch eben so viel erhält, und zwar mit geringerem Aufwand an Apparaten, Handarbeit und Brennmaterial, und noch dazu in bei weitem kürzerer Zeit. Ich erhielt durch ein Verkochungs-Verfahren, welches in diesem Jahre zum ersten Male in meiner technischen Werkstätte befolgt wurde, 5 Procent Zuker von dem Gewichte der zerriebenen Wurzeln, deken Saft 7 1/2° am Aräometer86) wog. Diese Wurzeln waren 4 Monate lang im Keller aufbewahrt worden und hatten durch die Reinigung 10% verloren. Vor der Reinigung gaben sie also 4 1/2%. Das zweite Product dieser Wurzeln, nach dem Volum des erhaltenen nochmals verkochten Syrups berechnet, betrug wenigstens 1/3 des ersten Productes. Dieser Versuch, so wie die Resultate, welche man in den Fabriken erhielt, wo der Verkochungsproceß gut geleitet wird, wie in denjenigen der Herren Oudard, Blanquet und Harpignies, Clémendot und Guilbert, Beaujeu, Jallu u.s.w. beweisen, daß man nach diesem Verfahren wenigstens 5% der gesammelten Wurzeln an Zuker erhält; wir wollen noch bemerken, daß dieß auch nach der Angabe des Herrn Crespel der höchste Ertrag ist, dessen Fabrik ohne Widerspruch ein Muster des vollendetsten Krystallisations-Verfahrens darstellt.

Die Einfachheit der Arbeit bei dem Krystallisations-Verfahren,

86)

In der ganzen Abhandlung wird unter Aräometer das Beaumé'sche verstanden.

A. d. R.