Text-Bild-Ansicht Band 33

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wodurch ich selbst dessen günstigen Erfolg erklärt habe, ist auch von denjenigen, welche dieses Verfahren befolgen, in Anspruch genommen worden, um es den Technikern zu empfehlen, aber es bietet in der That nur scheinbare und augenblikliche Vortheile dar. Denn wenn man verlangt, daß die Runkelrübenzuker-Fabriken mit den Zukerfabriken Indiens sollen concurriren können, so muß man ihnen die am wenigsten kostspieligen Apparate und Verfahrungsweisen empfehlen, man muß ihnen Methoden empfehlen, welche ihnen nicht nur eine augenblikliche, sondern eine möglichst glükliche und dauerhafte Existenz sichern. Eine solche können diese Fabriken meiner Meinung nach aber bloß durch das Arbeiten mit Formen erlangen. Bloß dadurch erhält man ein Product von guter Qualität, das zugleich in allen Beziehungen demjenigen gleich ist, womit es concurriren und welches es im Handel ersezen muß. Nach dem Krystallisations-Verfahren kann man bei dem gegenwärtigen Curs des Zukers mit Gewinn fabriciren; wenn aber diejenigen, welche mit dem zu raffinirenden Zuker Handel treiben, über die erkünstelte Qualität und die unvermeidlichen Fehler des krystallisirten Zukers besser aufgeklärt seyn werden, dann wild der Verkauf dieses Productes größere Schwierigkeiten darbieten, man wird ihn, wie es schon jezt der Fall ist, schlechter bezahlen und der Handel, welcher jezt damit getrieben wird, kann eingehen und dadurch sogar die Existenz dieser Industrie in Gefahr gebracht werden. Alle diese Nachtheile können, sage ich, durch Zufall auch den Zuker aus den Formen treffen, aber sie sind doch nicht durch die Fabrikationsart bedingt, sondern bei dieser ist gerade im Gegentheil alles so angeordnet, daß die gute Qualität der Producte mit der Existenz der Fabriken auf das Innigste verknüpft wird.

In meiner im J. 1824 über den Runkelrübenzuker bekannt gemachten Schrift war ich einer der ersten, welche auf die Nachtheile, die durch Versezung des Saftes und Syrups mit überschüssiger Schwefelsäure entstehen, aufmerksam machten, und ich bin auch jezt noch überzeugt, daß dieser Ueberschuß zwar bei beiden Fabrikations-Systemen nachtheilig ist, aber bei der Bearbeitung durch Verkochen ganz besonders. Meistens waltet in diesem Falle in der That nicht Schwefelsäure vor, denn diese kann in einer Flüssigkeit, welche vegetabilische oder mineralische oder andere Salze enthält, nicht ganz frei bleiben und ich bin überzeugt, daß die nachtheiligen Wirkungen, die man der direkten Einwirkung der Schwefelsäure zuschrieb, von anderen durch sie frei gemachten Sauren herrühren87). Wegen der Nachtheile, welche durch Anwendung zu concentrirter und einer zu großen Menge Schwefelsäure bei der Runkelrübenzuker-Fabrikation entstehen, darf

87)

Versuche, welche ich nächstens bekannt mache, werden diese Behauptung beweisen.

A. d. O.