Text-Bild-Ansicht Band 33

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würde, zu Nuzen zu machen und diese Industrie nur als einen Nebenzweig der Landwirthschaft betrachtet, wodurch man reichliche Mastung erhält, die Brachen vermeidet und den Werth der Gründe in kürzerer oder längerer Zeit wenigstens verdoppelt. Wenn man hingegen die Zukerbereitung als ein bloßes Fabrikgeschäft betrachten wollte, welches nach Verlauf des Jahres die Unkosten bezahlt und Gewinn abgeworfen haben muß, dann müßte man vorzugsweise eine Gegend wählen, wo der Boden sehr fruchtbar oder der Runkelrübenbau seit langer Zeit nach einem großen Maßstabe eingeführt ist, wo die Handarbeit und das Brennmaterial sehr wohlfeil sind. Unter diesen Umständen würde die Fabrikation des Runkelrübenzukers zwar nicht den größten, wohl aber in der kürzesten Zeit Gewinn bringen, und nur in diesem Falle könnte sie vortheilhaft von dem Akerbaue getrennt werden. Auch wird die Fabrikation des inländischen Zukers in den gut angebauten Departements, in welche sie verpflanzt worden ist, bis jezt bloß aus diesem Gesichtspunkte betrachtet und die Verbesserungen, welche der Akerbau durch sie erhalten kann, sind ohne Vergleich geringer, als sie bei wenig fruchtbaren und brachliegenden Ländereien seyn würden.

Alle Auslagen bei dem Bau der Runkelrüben bestehen in Handarbeit und Dünger. Sie belaufen sich für einen wenig fruchtbaren Boden eben so hoch als für einen fruchtbaren. Man sieht daher leicht ein, welche Vortheile in dieser Beziehung ein fruchtbarer Boden darbietet, in dem er mehr Ausbeute gibt und die Wurzel daher bei weitem wohlfeiler zu stehen kommt. Auch darf man sich nun nicht mehr wundern, wenn man in den nördlichen Departements Landwirthe findet, welche 500 Kilogr. Runkelrüben vortheilhaft für 8 Fr. produciren, während in anderen Departements, wo der locale Werth der Grundstüke geringer ist, dasselbe Gewicht Wurzeln für nicht weniger als 12 Franken erzeugt werden kann.

Man sieht also, daß der inländische Zuker aus zwei sehr verschiedenen Zweken fabricirt werden kann; einerseits aus einem landwirthschaftlichen, welcher der wichtigste und an großen Resultaten fruchtbarste ist, andererseits aus einem technischen, wobei man sich darauf beschränkt, aus den zu dem billigsten Preise aufgekauften Wurzeln mit der möglichsten Ersparung den krystallisirbaren Zuker auszuziehen; ersterer Zwek ist für den Grundeigenthümer, die Fruchtbarkeit des Landes und die Vervollkommnung des Akerbaues, von der höchsten Wichtigkeit und verspricht dieser Fabrikation eine eben so lange als nüzliche Dauer; lezterer, welcher so zu sagen die Fabrikation von der Landwirthschaft isolirt, nimmt bei seinen Berechnungen auf den größeren Werth, welchen der Boden durch den Runkelrübenbau erhielt,