Text-Bild-Ansicht Band 33

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gar keine Rüksicht; er berechnet die Einnahme und Auslage und findet nur in einer günstigen jährlichen Balance sein Heil.

Indessen muß man doch zugeben, daß ein Techniker in demjenigen Falle die Zuker-Fabrikation unter den günstigsten und nüzlichsten Verhältnissen unternimmt, wenn er Grundeigentümer ist oder wenigstens das Gut für lange Zeit gepachtet hat. Wenn der Boden wenig fruchtbar ist, werden zwar die ersten Jahre der Zukerfabrikation leinen großen Gewinn abwerfen, wenn aber ein sorgfältiger Anbau und reichlicher Dünger den Boden verbessert, wenn die Arbeiter, an zwekmäßige Feldarbeiten gewöhnt, sie schnell und gut ausführen werden, wenn man sich endlich brauchbare Leute für die Landwirthschaft und die Fabrikation gebildet hat, dann wird der Eigenthümer durch einen beträchtlich größeren Ertrag seiner Felder und durch eine vielen Gewinn abwerfende Zuker-Fabrikation die Frucht seiner Arbeiten reichlich zu erndten anfangen.

Diese Betrachtungen zusammengenommen, führen auf folgende Schlüsse:

1) Alte zum Anbau von Getreide geeigneten Felder, ihre thon-, kalk- oder kieselartige Beschaffenheit mag seyn, welche sie wolle, eignen sich auch zum Runkelrübenbau.

2) Ein Techniker, welcher aus der Zuker-Fabrikation den größten Vortheil ziehen will, muß sich vorzugsweise in einem Departement etabliren, wo man die Runkelrübe mit Oekonomie baut, was gewöhnlich in den fruchtbarsten Gegenden, wie in den nördlichen Departements von Frankreich der Fall ist.

3) In den günstigsten Umständen befindet sich diejenige Runkelrübenzuker-Fabrik, welche einem Grundeigenthümer gehört, der die Fabrikation neben der Landwirthschaft treibt, um dadurch Mastung zu erhalten und seine Gründe fruchtbarer zu machen.

4) Die Runkelrübenzuker-Fabrikation ist dort dem Landwirthe nüzlicher, wo sie dem Fabrikanten weniger Gewinn bringt, und umgekehrt.

An einem Orte, wo noch keine Zukerfabrik existirt, ist eine solche immer schwieriger zu errichten, weil man keine in dem Geschäft unterrichteten Arbeiter erhält; diese Schwierigkeiten sind noch viel größer, wenn man sich in eine Gegend versezt, wo der Bau der gejäteten Pflanzen und wo folglich das Verfahren des Jätens unbekannt ist. Hier muß in der That der Unternehmer die Arbeiter auf seine Kosten unterrichten, er muß besonders Hände für erhöhten Sold herziehen; diese Hände leisten im Anfange wenig Arbeit und sie kommt folglich sehr theuer zu stehen. Unter diesen Umständen richtet man die Sache am vortheilhaftesten so ein, daß man Anfangs nach dem Taglohn,