Text-Bild-Ansicht Band 33

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ob man schon das Aussäen ins Kreuz angewandt hat. Bei dieser Methode könnte man die Pferdhaue gebrauchen, zum wenigsten bei dem vorlezten und lezten Jäten, und sie wäre in dieser Beziehung außerordentlich beachtungswerth, besonders in den Gegenden, wo das Jäten nicht üblich und folglich sehr theuer ist.

Die gesuchtesten Runkelrübenarten sind immer, die weiße aus Schlesien, die rosenrothe und die gelbe mit weißem Fleische.

Man sucht so viel als möglich die Erndte bei einer recht troknen Witterung vorzunehmen. Wenn man Sonnenschein oder einen troknen Wind hat, und die Rüben einige Tage, bevor man sie in die Magazine bringt, auf dem Beschälplaz liegen läßt, so erhalten sie sich besser. Die Runkelrübe, welche nicht ausgehoben worden und durch ihre Blätter schwach geschüzt ist, kann einer Kälte von 2° unter Null widerstehen. Indessen muß man sie vor dem Eintreten des Frostes einzusammeln und in die Magazine zu bringen suchen.

Das Einsammeln geschieht immer mit dem Spaten (Schaufel), doch haben einige Fabrikanten noch immer die Absicht den Pflug zu versuchen. Die Krautkronen werden am wohlfeilsten mit dem Spaten weggeschafft; dieses Verfahren ist aber so unvollkommen und die Sache von so großer Wichtigkeit, daß man besser thut, sie sehr sorgfältig mit dem Messer, und zwar bis zu den Blattstielen abzuschneiden. Es wäre sogar, wie ich mich davon durch die Erfahrung überzeugt habe, außerordentlich nüzlich, dabei zugleich die Wurzelleime und Wurzelfasern wegzuschneiden und die ihnen anhangende Erde wegzuschaffen. Diese vorläufige Arbeit, welche langsam gehen und eben deßwegen schwierig seyn kann, wäre eine wahrhafte Reinigung, welche diejenige, die dem Zerreiben vorhergehen muß, einfacher und schleuniger machen würde, und ohne Zweifel würden durch dieses Verfahren die Rüben viel haltbarer werden, weil dadurch die Ursachen der Keimung und Gährung entfernt würden.

Aufbewahrung der Runkelrüben.

Große Massen Runkelrüben werden am sichersten in kleinen, wenig tiefen und wenig breiten. Gruben aufbewahrt, die in einem festen Boden ausgegraben sind, welcher hoch liegt und eben deßwegen wenig feucht ist; wenn diese Löcher mit Rüben angefüllt sind, bedekt man sie mit einer Schichte Erde, um sie gegen den Frost zu schüzen. Wenn man aber recht luftige und trokne Magazine hat, so kann man die Rüben auch in diesen aufbewahren und sie halten sich darin sehr gut. Hr. Oudart, dessen Erfahrung von großem Gewicht ist, bewahrt seine Wurzeln nur in Magazinen auf und erhält sie vollkommen gesund. Hr. Bernard zu Sussy, welcher dieses Jahr seine