Text-Bild-Ansicht Band 33

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hauptsächlich den Zwek, die anhängende Erde und die faulen Theile wegzuschaffen. Wegen der lezteren ist es besonders unumgänglich nöthig, wenn die Rüben einige Zeit lang aufbewahrt worden sind. Dann kann vor dem Waschen, welches bei frischen und vollkommen gesunden Rüben ausreichen dürfte, die Reinigung mit dem Messer nicht unterlassen werden, weil man durch leztere allein die faulen Theile entfernen und versichert seyn kann, daß die in Arbeit genommene Rübe in einem Zustande ist, worin sie gute Resultate gehen kann.

Hr. Hallette hat nach den Angaben im Industriel eine Cylinder-Waschmaschine gebaut, welche viel leistet und ihren Zwek bei wenig Kraft und wenig Wasser vollkommen erfüllt. Diese Waschmaschine, welche in dem schönen Etablissement zu Roclincourt bei Arras hergestellt ist, wird durch eine Dampfmaschine vermittelst eines Riemens in Bewegung gesezt. Hr. Champonnois, der Erfinder, empfahl zwei Abschnitte einer Schnekenlinie an den beiden Enden des Cylinders anzubringen, den einen, um die Rüben hineinzuschaffen, den anderen, um sie auf eine geneigte Ebene herauszuwerfen. Ich glaube, daß diese beiden Abschnitte unnüz wären, denn die Rüben, welche an einem Ende hineinkommen, suchen immer sich in horizontalen Lagen abzusezen, und dieses Bestreben bringt sie bei der Umdrehung der Trommel immer von einem Ende des Cylinders zum anderen. Denn man nun beide Enden mit vier Kreuzhölzern sich enden läßt, und von den Rüben immer so viel zuläßt, daß sie mehr als die Hälfte des Hohlraums des Cylinders einnehmen, so wird es offenbar, daß, da die Achse des Cylinders auf den Rändern des Kastens ruht, die Wurzeln nothwendig an jenem Ende herauskommen müssen, das dem Ende gegenüber steht, an welchem sie eintraten. Durch diese Vorrichtung würde der Apparat weit einfacher werden, der an und für sich schon, so wie Hr. Hallette denselben vorrichtete, sehr einfach ist.

Einige Fabrikanten haben das Waschen aufgegeben, in dem sie vorgeben, es bringe Wasser in die Wurzeln, was aber schwer zu beweisen seyn dürfte, denn alles Wasser, welches in das Fleisch kommt, reducirt sich auf die geringe Menge desselben, die nach dem Waschen noch die Oberfläche der Wurzeln befeuchtet.

Zerreiben der Runkelrüben.

Das Zerreiben ist noch immer das einzige Mittel, welches man anwenden kann, um den Saft von den Runkelrüben abzusondern. Offenbar leistet dieses rein mechanische Verfahren nicht so Vollkommenes, als eine chemische Einwirkung erzweken müßte, wodurch alle Zellen ohne Ausnahme angegriffen würden, und man kann daher bei dem jezigen noch unvollkommenen Zustande der Kunst den Saft und folglich den in den Wurzeln enthaltenen Zuker nur unvollständig ausziehen.