Text-Bild-Ansicht Band 33

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In meiner lezten Abhandlung hätte ich bemerkt, daß Hr. Champonnois Versuche über das Auskochen (Cuisson) anstellte, welche ein gutes Resultat gaben, wenn man die Vorsicht gebrauchte, die ausgekochten Wurzeln in ganzen Stüken in die Sake zu bringen. Ich habe in diesem Jahre den Versuch wiederholt und schlechte Resultate erhalten, denn ich fand, daß die Wurzeln in diesem Zustande nicht gepreßt werden können, und der Saft auch nicht gut geläutert werden kann. Die Zeitungen der Provinzen und von Paris haben angekündigt, daß Hr. Martin, Zukerfabrikant bei St. Omer, eine neue Methode erfand, wodurch er 95% Saft aus den Runkelrüben ausziehen könnte. Wahrscheinlich hätte Hr. Martin bloß Versuche, und zwar fruchtlose Versuche angestellt, denn es war von seiner ferneren Bearbeitung dieses Gegenstandes nicht weiter die Rede.

Doch darf man nicht glauben, daß diese Methode den Saft auszuziehen ganz und gar unmöglich ist, denn die Zellen werden dadurch wohl zertheilt, und es bleibt jezt nur noch ein Verfahren auszufinden übrig, wodurch man den Saft leicht von dem Zellengewebe trennen und dann die Läuterung so anstellen kann, daß man gute Resultate erhält.

Das Zerreiben ist also im gegenwärtigen Augenblik noch die einzige anwendbare Methode. Die Reibeisen, deren man sich ausschließlich bedient, sind horizontale Walzen, die an ihrem äußeren Umfange mit Sägeblättern versehen sind. Die Hobel, welche die Wurzeln gegen die Zähne dieser Sägeblätter treiben, sind so gestellt, daß die Achse der Wurzel, die sie treiben, sich dem Cylinder in der Richtung des verlängerten Halbmessers darbietet. Diese Bedingung, unter welcher die Runkelrüben-Wurzel sich dem Reibeisen darbieten muß, ist aus zwei Gründen wichtig: 1)weil dann schneller und besser gerieben wird, als unter jeder anderen Richtung; 2) weil das Stük, welches dann nach dem Zerreiben noch von der Wurzel übrig bleibt, dadurch so klein wird, als nur immer möglich ist: denn es kann nichts anderes mehr übrig bleiben, als eine Scheibe, die auf der Achse senkrecht steht.

Man gibt der Walze gewöhnlich eine sehr große Geschwindigkeit. Geschwindigkeit ist hier wirklich eine der Hauptbedingungen, unter welchen allein die Arbeit gut und schnell von Statten gehen kann. Sechshundert Umdrehungen in Einer Minute scheinen indessen genug, selbst wenn das Reibeisen einen Fuß im Durchmesser hat.

Das Modell des Hrn. Thierry, das man allgemein nachzuahmen und zu verbessern suchte, hätte einen Cylinder von Einem Fuß Breite und zwei Fuß im Durchmesser. Hr. Hallette hat den Durchmesser auf Einen Fuß herabgesezt, unter der Voraussezung, die Reibung des Werkzeuges dadurch zu vermindern. Ich habe hierüber keine Erfahrung, indessen wurde diese Verminderung des Durchmessers des Cylinders auf eine