Text-Bild-Ansicht Band 33

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zu handhaben ist, eine große Kraft ausübt und dabei schnell in Gang gesezt werden kann.

In den großen Etablissements verbindet man die Pumpen durch Kurbeln oder mit Laufbändern versehene Flaschen mit dem Göpel und sezt so die Presse in Bewegung. Man liebt die doppelten Injectionspumpen mit abwechselnder Bewegung wegen ihres stätigen und regelmäßigen Widerstandes. Wenn man diese Pumpen durch Menschenkraft bewegen lassen will, ist ein Wagebalken, an dessen beide Enden man zwei Menschen hinstellt, unumgänglich nöthig. Im lezteren Falle ist eine einzige Pumpe vorzuziehen, weil sie weniger kostet.

Eine einzige Injectionspumpe mit doppeltem Körper reicht für zwei Pressen sehr wohl aus, weil bei der Fabrikation niemals beide Pressen zugleich gehen, sondern nur immer eine davon eine Ladung erhält.

Man hat in der lezteren Zeit Runkelrüben-Pressen von einer Kraft construirt, welche die erforderliche bei weitem übersteigt; so spricht man von einem Druk von 5 bis 6000 Zentnern. Ich bin noch immer der Meinung, daß eine Presse, welche einen Druk von 2000 bis 2500 Zentnern ausübt, und die durch einen Stämpel von 7 bis 8 Zoll recht gut in Gang gesezt werden kann, für die Säke von allgemein üblicher Größe hinreichend ist. Uebrigens ist es sehr schwierig, den Druk, welchen diese Maschine ausübt, genau zu erfahren, und er wird bloß nach einer Methode berechnet, welche die Mechaniker leicht falsch anwenden können und die sich immer weit von der Wirklichkeit entfernt, weil sie ein absolutes Gleichgewicht voraussezt.

Man hat in der lezteren Zeit eine Schraubenpresse von der Erfindung des Hrn. Revillon empfohlen90). Diese Presse unterscheidet sich von den gewöhnlichen Schraubenpressen bloß dadurch, daß dabei an Statt der Bewegung durch Druk, eine Reihe von Stößen angewandt wird, deren Stärke in der That unbegränzt ist (?). Man hat diesen Apparat übermäßig gerühmt und ihm eine magische Kraft zugeschrieben. Wenn man aber sein Princip, seine Construction und seine Wirkung genau untersucht, so findet man, daß er mit der gewöhnlichen Schraubenpresse identisch ist, daß die Kraft, welche er ausüben kann, wie diejenige aller Pressen, durch den Widerstand der Materialien, woraus er besteht, begränzt ist, und daß er sich bloß durch den Mechanismus unterscheidet, welcher mit einer schwachen Kraft eine große Wirkung, aber mit geringer Geschwindigkeit zu erhalten gestattet. Er arbeitet nicht schneller als die Hebelpressen, und

90)

Sie ist im polyt. Journ. Bd. XXVIII. S. 397 beschrieben. Man vergl. auch Bd. XXX. S. 407.

A. d. Red.