Text-Bild-Ansicht Band 33

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wenn er eine größere Kraft ausüben kann, so geschieht dieß auf Kosten der Geschwindigkeit.

Diese Presse ist jedoch eben so einfach wie die gewöhnliche Schraubenpresse und verdient in dieser Beziehung die Aufmerksamkeit der Landwirthe. Ihr Mechanismus liegt vor Augen; sie braucht nicht so oft ausgebessert zu werden und kommt nicht so leicht in Unordnung wie die hydraulische Presse. Diese Presse dürfte daher in vielen Localitäten, welche von den mechanischen Werkstätten weit entfernt sind, mit Vortheil angewandt werden können.

In unserer lezten Abhandlung erwähnten wir einer Beobachtung, welche die HHrn. Cazalis und Cordier zu Saint-Quentin machten. Wenn man nämlich zwei hydraulische Pressen, wovon die eine das Maximum ihrer Wirkung erreicht hat, während die andere ihre Ladung hat, mit einander in Wechselwirkung sezt, so macht die eine in diesem Falle die andere auf eine gewisse Höhe steigen, welche gleich der Hälfte des Laufes des Stämpels ist. Wir suchten uns Anfangs diese Erscheinung durch die Elasticität und Zusammendrükbarkeit des Wassers zu erklären, was aber ungenügend ist. Seitdem erfuhren wir, daß die Hauptursache dieser Erscheinung die Elasticität der Weidenflechten ist, die, nachdem sie in einer der Pressen zusammengedrükt worden sind, Elasticität genug haben, um die beobachtete Wirkung hervorzubringen. Dieses Verfahren kann also sehr vortheilhaft seyn, weil dabei eine Kraft benüzt wird, welche bei den gewöhnlichen Anordnungen ganz verloren geht.

Zur Verfertigung der Säke nimmt man am besten eine Leinewand, welche sehr rein und aus sehr festem Zwirn, oder besser noch aus sehr feinem Bindfaden verfertigt ist.

In einigen Fabriken hat man die sogenannten Führer (guides), welche zur Anordnung der Säke auf die Platte der Presse dienten, aufgegeben, weil man bemerkte, daß diese Führer die Nachlässigkeit der Arbeiter bei dem Auflegen der Säke begünstigten, und daß folglich die seitwärts gegen die Führer umgeschlagenen Weidenflechten schnell zerstört wurden und ein unvollständig und ungleichförmig ausgepreßtes Fleisch gaben. Wenn keine Führer mehr vorhanden sind, müssen die Arbeiter bei der Zurichtung der Säke sehr sorgfältig und sehr aufmerksam seyn, weil sie ohnedieß das Fleisch nicht vollkommen auspressen könnten, ohne es der Pressung zu wiederholten Malen zu unterziehen; dann wird aber der Director ihre Nachlässigkeit oder Ungeschiklichkeit bald gewahr werden. In diesem Falle darf man nicht zu viele Säke und Flechten aus einander aufschichten und die Säke auch nicht zu sehr mit Mark anfüllen, denn lezteres wird immer so besser ausgepreßt, je weniger in die Säke davon gebracht worden ist. In vielen Fabriken begeht man den