Text-Bild-Ansicht Band 33

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machen will, muß man versichert seyn, daß man während der ganzen Dauer der Arbeit keinen Wassermangel leidet, und auch das Gefrieren des Wassers nicht zu befürchten ist. Da leztere Bedingung unmöglich ist, so muß man auf die hydraulischen Triebkräfte verzichten. Die Windmühlen sind wegen ihrer Unbeständigkeit in den Zuckerfabriken ebenfalls nicht anwendbar.

Durch den Göpel sezt man die Reibmaschine, die hydraulischen Pressen und die Waschmaschine in Bewegung. In vielen landwirthschaftlichen Etablissements wird nur die Reibmaschine durch den Göpel bewegt. Sie erfordert 3 bis 4 Pferdekräfte, eine doppelte Pumpe aber nur Eine Pferdekraft. Man findet in einigen Zukerfabriken Göpel, welche durch acht Ochsen getrieben werden, die aber etwas unbequem sind, und es ist möglich, daß in diesem Falle eine Dampfmaschine passender wäre.

Läuterung des Saftes.

Der Zwek der Läuterung ist, die Substanzen in dem Safte, welche dem Zuker fremdartig sind und seine Abscheidung erschweren, entweder abzusondern, oder mit Körpern in Verbindung zu bringen, welche beständigere und den beabsichtigten Resultaten weniger nachtheilige Verbindungen bilden können. Zu diesem Ende befolgt man heute zu Tage drei verschiedene Verfahrungsweisen, welche ich mit den Benennungen: Verfahren der Colonien, französisches Verfahren und Archand'sches Verfahren bezeichnen will.

Verfahren der Colonien.

Dieses Verfahren beschränkt sich auf die Anwendung des Kalks und schließt den Gebrauch der Schwefelsäure ganz aus. Es eignet sich für diejenigen Rübensorten, welche nur eine geringe Menge Kalisalze enthalten. Ich glaube, daß dieß bei den in einem fruchtbaren Erdreiche angebauten und stark gedüngten Wurzeln der Fall ist: diese enthalten auch gewöhnlich sehr viele Ammoniaksalze mit Pflanzensäuren. Wenn dieß wirklich sich so verhält, so muß man annehmen, daß der Dünger bei den Runkelrüben die Ammoniak-Erzeugung begünstigt und der Entwikelung von Kali sehr wenig günstig ist. Der in den Saft gebrachte Kalk schlägt organische Substanzen nieder und bildet außerdem mit mehreren Pflanzensäuren, welche in der Rübe durch Kali und Ammoniak neutralisirt sind, unauflösliche Salze. Diese beiden Alkalien müssen also in dem geläuterten Saft frei werden. Das Kali kann nur durch die Unauflöslichkeit der gebildeten Kalksalze frei werden, die Salze des Ammoniaks werden hingegen alle ohne Ausnahme durch Kalk zersezt. Wenn also der Saft alkalisch wird, so rührt dieß von Kali oder von Ammoniak, oder von beiden zugleich her, denn von Kalkerde