Text-Bild-Ansicht Band 33

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sich nicht klümpert und das Filtriren unmöglich wird. Ich habe diese Thatsache schon in meinem Werke angeführt und die Mittel angegeben, wodurch man sich helfen kann94), welche darin bestehen, entweder den Saft zu neutralisiren, oder die Anwendung des Eiweißes ganz zu unterlassen. Es ist das Kali, welches sich der Gerinnung des Eiweißes widersezt, indem es damit eine auflösliche und klebrige Verbindung bildet; diese Erscheinung ist jedoch bei der Klärung nur dann recht merkich, wann das Verhältniß des freien Kalis etwas beträchtlich ist; wenn nur eine geringe Menge Kali vorherrscht, bildet sich die klebrige Verbindung zwar auch auf Kosten einer entsprechenden Menge Eiweißes, aber der Rest desselben gerinnt und bewirkt die Klärung; in diesem Falle kann man zwar wohl filtriren, wollte man aber den geklärten Saft, welcher die Verbindung des Kalis mit Eiweiß enthält, verkochen, so würde das Verkochen bis zu den lezten Graden wohl vor sich gehen, dann aber die Masse so schäumend werden, daß keine Verdunstung mehr Statt findet. Man kann sich alsdann durch Zusaz einer Säure helfen, worauf sich der eiweißhaltige Schaum an den ruhigen Stellen des Kessels ansammelt. Ich hatte schon in meinem Werke im J. 1825 diese Schwierigkeiten angegeben und um ihnen abzuhelfen, vorgeschlagen, mit Hülfe eines eigenthümlichen, von mir beschriebenen Filters, den Gebrauch des Eiweißes zu unterlassen. Hr. Clémendot schreibt diese Schwierigkeit dem freien Kali des Saftes und dessen Verwandtschaft zum Wasser zu; diese Erklärung ist aber ganz und gar unannehmbar. Sie würde außerdem auch nicht die Verbesserung des Nebels durch Weglassen des Eiweißes und eben so wenig die Bildung eines eiweißhaltigen Schaumes in dem von uns angegebenen Falle, erklären; andererseits ist sie auch mit einer wohl bekannten Thatsache im Widerspruche: daß nämlich die Alkalien, wenn man sie allein anwendet, das Verkochen des Syrupes nicht verhindern, sondern es im Gegentheil begünstigen und außerdem die Krystallisation fester machen. Wenigstens ist dieß bei dem Kalk und dem Kali der Fall. Diese Wirkung des Kalis ist den Colonien wohl bekannt und man hat dort oft Holzasche, zugleich mit Kalk, zugesezt, um die Arbeit zu erleichtern.

Man begreift übrigens, daß bei dem Läuterungs-Verfahren der Colonien alles durch den Kalk in Freiheit gesezte Ammoniak während des Abdampfens und des Verkochens verjagt wird. Ein Verfahren, wobei der Syrup von dem Anfange der Läuterung bis zum Verkochen immer alkalisch ist, gibt aber den gefärbtesten Syrup. Dessen

94)

Damals schrieb ich die Ursache davon irrigerweise dem Kalk zu; meine lezten Versuche beweisen, daß diese Erscheinung durch das Kali hervorgebracht wird.

A. d. O.