Text-Bild-Ansicht Band 33

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Chlorkalium (salzsauren Kali) zugeschrieben werden, welches die Feuchtigkeit sehr stark anzieht. Die Gründe, weßwegen ich die unreine Salzsäure anzuwenden versuchte, waren folgende: erstens wußte ich, daß die darin enthaltene schwefliche Säure die Farbe des Syrups und Zukers bleicht, und dann hoffte ich, daß ich bei der Neutralisation des Ammoniaks mit Salzsäure, in Betreff der Zersezung dieses Salzes und besonders der Säuerung des Syrups, nichts mehr zu fürchten haben würde.

Ich habe auch versucht die Anwendung von Mineralsäuren ganz zu umgehen, indem ich bei dem Abdampfen bloß einen fetten Körper (z.B. Schmalz) zusezte, welcher solche Säuren hervorzubringen fähig war, die das Kali neutralisieren und sodann den Kalk aus den Kalksalzen fällten, welche leztere in den Syrupen bis zum Verkochen desselben aufgelöst bleiben, und es oft unmöglich machen, dieses über freiem Feuer vorzunehmen. Es fand bei dem Abdampfen kein Aufschäumen Statt. Der Saft erhielt sich gut alkalisch, nahm eine röthliche Farbe an, konnte leicht geklärt und verkocht werden, und der Zuker war eben so fest wie der nach dem Colonialverfahren dargestellte. Indessen habe ich später diese Methode wieder aufgegeben, weil ich in der Farbe des Zukers nichts gewann und das Verkochen des Syrups mir nicht verbessert schien.

Um einen sauren Syrup zu verbessern, es mochte nun bei dem Abdampfen, oder bei dem Klären, oder bei dem Verkochen seyn, leistete mir krystallisirtes kohlensaures Natron immer gute Dienste; es ist immer dem Kalk vorzuziehen, wenn man Behufs des Verkochens einen neutralen oder auch einen säuerlich gewordenen Syrup alkalisch machen muß.

Auch muß man sich wohl hüten, bei dieser Methode alle thierische Kohlen anzuwenden.

Daß ich die Schwefelsäure bei dem Abdampfen, an Statt bei der Läuterung anwandte, geschah aus folgenden Gründen:

1) Wenn man die Schwefelsäure in den Läuterungskessel selbst gießt, so findet man, daß bei gleichen Quantitäten Kalk verschiedene Quantitäten Schwefelsäure nöthig sind, um den Sättigungspunkt zu erreichen. Ich kann mir diese Anomalie nur dadurch erklären, daß der angewandte Kalk sehr ungleich vertheilt ist und der Niederschlag, indem er sich ebenfalls in einem mehr oder weniger verteilten Zustande befindet, Kalk in festem Zustande mit sich reißt und so der Einwirkung der Schwefelsäure eine desto geringere Menge davon übrig läßt, je weniger vertheilt er ist;

2) gießt man Schwefelsäure bis zur Neutralität in einen mit Kalk geläuterten und schlecht decantirten Runkelrübensaft, der also