Text-Bild-Ansicht Band 33

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noch einen Theil des Niederschlages suspendirt enthält, so verschwindet der Niederschlag, selbst in der Kälte, vollständig. Die Säure kann also einen Theil des durch den Kalk hervorgebrachten Niederschlages wieder auflösen und diese Reaction kann auch, nur in geringerem Maße, vor der vollständigen Sättigung Statt finden;

3) wenn man die Säure in den Läuterungskessel selbst gießt, so braucht man davon zwei Mal so viel, als nöthig ist, um das Kali in dem geläuterten Saft zu neutralisiren, und folglich ist bei dem Abdampfen davon nur eben so viel oder selbst noch weniger nöthig. Dieser Unterschied erklärt sich durch die Wirkung der Säure auf den Niederschlag und durch die in den beiden vorhergehenden Nummern enthaltenen Bemerkungen;

4) der mit Kalk geläuterte Saft gibt mit Schwefelsäure keinen Niederschlag, was doch wohl geschehen müßte, wenn er Kalk enthielte. In dieser Beziehung hat man also keinen Nachtheil.

Nachdem ich gefunden hatte, daß die Kohle die alkalischen Basen neutralisirt, glaubte ich diese Eigenschaft benuzen zu können, um die Säuren bei der Bearbeitung des Runkelrübensaftes vollständig zu beseitigen; allein die Sättigungscapacität der Kohlen ist so gering, daß man davon eine große Menge anwenden müßte, weßwegen sich von ihnen kein Vortheil versprechen läßt.

Läuterung nach dem Achard'schen Verfahren. Das Verfahren, welches ich das Achard'sche genannt habe, besteht bekanntlich darin, die Schwefelsäure in der Kälte anzuwenden und sodann den Kalk ebenfalls in der Kälte zuzusezen. Achard hatte außer diesen Substanzen auch noch kohlensauren Kalk gebraucht, welchen man seitdem mit Recht aufgegeben hat. Diese Methode hat unter anderen den großen Vortheil, daß die Schwefelsäure, in der Kälte angewandt, den Saft gegen Veränderungen schüzt. In der That nimmt der auf diese Art behandelte Saft eine röthliche Farbe an Statt der schwarzen an, die immer eine Veränderung desselben anzeigt und kann sich auch in diesem Zustande 24 Stunden lang und selbst noch länger, ohne schleimig zu werden, erhalten, wenn die Temperatur, welcher er ausgesezt wird, 15 bis 18° C. nicht übersteigt. Die Säure schlägt alsdann eine organische Substanz in Floken nieder und wirkt auch auf alle Salze der Runkelrübe, die sie zersezen kann, und sezt ihre Säuren in Freiheit; diese Erscheinungen gehen in der Kälte vor und die nachtheiligen Resultate, welche die Säuren hervorbringen könnten, finden alsdann nicht Statt, wovon jedoch die Einwirkung der Salpetersäure ausgenommen ist, in dem Falle, wo die Wurzel salpetersaure Salze enthält. Durch den Kalk, welcher ebenfalls in der Kälte zugesezt wird, werden die Säuren neutralisirt und man erhizt erst nach