Text-Bild-Ansicht Band 33

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diesem Zusaze. Bei den von Achard vorgeschriebenen Verhältnissen muß der Saft, so wie bei den von Hrn. Crespel angegebenen, bei der Läuterung alkalisch seyn, wenn man reine Materialien angewandt und gut manipulirt hat. Durch dieses Verfahren wird der Saft gewöhnlich sehr leicht geläutert; der Niederschlag sezt sich gut ab und der Saft ist sehr klar und wenig gefärbt; bisweilen nimmt er jedoch in Berührung mit der Luft eine schwärzliche Farbe an, was man durch einen größeren Ueberschuß von Alkali oder durch überschüssige Säure verhindern könnte. Dieser Saft wird bei dem Abdampfen sauer und kann nicht ohne Nachtheil verkocht werden, es sey denn, daß man ihn aus sehr wenig ammoniakalischen Wurzeln erhält, was jedoch nur im Anfang der Arbeit der Fall seyn kann. Dadurch erklärt sich der Umstand, daß Hr. Crespel und seine Nachahmer, welche immer Säure und Kalk in beinahe gleicher Menge anwenden, nur im Anfang ihrer Arbeiten verkochen können.

Das Achard'sche Verfahren wird jedoch mit gutem Erfolg auch von einigen Fabrikanten befolgt, welche verkochen, z.B. von den Herren Dronsart und Feneulle zu Bouchain; in diesem Falle muß man aber mehr Kalk als Säure und beide entweder in demselben Verhältnisse wie bei dem französischen Verfahren, oder doch in einem wenig davon abweichenden, anwenden. Endlich dürfen bei diesem Verfahren auch keine Ammoniaksalze in dem Saft bleiben, sondern das Ammoniak muß durch Abdampfen entfernt werden und der Syrup darf, ehe er auf den Punkt gebracht ist, wo er verkocht werden kann, nicht sauer werden. Hiernach kann man beurtheilen, wie schwierig es bei dieser Methode ist, genau die Verhältnisse der Läuterungsmittel zu bestimmen. Auch trifft es sich oft, daß der verkochte Zuker von schlechter Qualität ist; dessen ungeachtet muß man gestehen, daß man nach diesem Verfahren, wenn es gut gehandhabt wird, einen Zuker erhält, welcher eben so schön und eben so fest wie der durch Kalk allein bereitete ist. Die Fabrikanten, welche das von Hrn. Crespel abgeänderte Achard'sche Verfahren benuzen, wenden bei dem Abdampfen thierische Kohle an, deren gute Resultate man leicht erklären kann. Der so bereitete Syrup wird nämlich bei dem Abdampfen sehr häufig sauer; die Kohle kann also durch den in ihr enthaltenen kohlensauren und basisch phosphorsauren Kalk diesen Fehler zum Theil verbessern.

Auch muß man gestehen, daß die nach dem Achard'schen Verfahren bereiteten Syrupe in Hinsicht des Geschmaks unter die angenehmsten gehören. Sie sind sehr flüssig; sie erhalten sich in der Wärmstube gut; ihr Geschmak ändert sich durch den Einfluß der Wärme nicht und die Mutterlaugen können, wenn die Wurzeln gut sind, so