Text-Bild-Ansicht Band 33

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zu sagen bis zur Trokniß krystallisiren. Hiezu sind aber Krystallisirgefäße, Zeit, Brennmaterial und Handarbeit erforderlich.

Ich habe Zuker gesehen, welcher aus saurem Syrup in den Krystallisationsgefäßen angeschossen war, und einen übeln Geruch hatte; ich wußte schon seit langer Zeit, daß dieser Geruch sich zeigt, wenn man sauren Syrup mit verdorbenem Blut klärt.

Es ist zu bemerken, daß der mit gleichen Quantitäten Kalk und Säure zubereitete Syrup, wenn er in saurem Zustande in die Krystallisationsgefäße gebracht wird, am leichtesten krystallisirt und einen Zuker von dem besten Geschmak gibt. Ein vollständiger geläuterter Syrup, z.B. ein solber, der zum Verkochen zubereitet wurde, zeigt sich in den Krystallisationsgefäßen weniger flüssig; er ist mehr oder weniger dunkelgelb an Statt hellbraun gefärbt und gibt einen Zuker, welcher zwar von besserer Qualität ist, aber bei gleicher Reinigung eine nicht so schöne Farbe zeigt.

Aus diesen Gründen haben einige Fabrikanten geglaubt, daß der für die Krystallisationsgefäße bereitete Syrup sich nicht zum Verkochen eignet, und umgekehrt. Die Wahrheit ist, daß ein zum Verkochen geeigneter Syrup auch für die Krystallisationsgefäße taugt, aber darin nicht so schöne und nicht so große Krystalle gibt, als wenn er mit weniger Ueberschuß von Alkali behandelt worden wäre. Andererseits ist es auch wahr, daß ein Syrup, welcher so bereitet ist, daß er in den Krystallisationsgefäßen die schönsten und größten Krystalle geben muß, sich nicht zum Verkochen eignet. Ich bemerke jedoch ausdrüklich, daß ich hiebei keine Rüksicht auf diejenigen Eigenschaften des Zukers nehme, welche dem Raffinirer erwünscht sind und welche meiner Meinung nach nur bei dem durch Verkochen erhaltenen Zuker angetroffen werden können, und die der Zuker aus den Krystallisationsgefäßen nur dann erhalten könnte, wenn man ein Mittel auffinden würde, solche Zukerarten, die man aus Syrup erhält, welcher wie zum Verkochen geläutert wurde, ohne Hülfe der Walzen zu reinigen.

Es gibt einige Fabrikanten, welche das Verführen des Verkochens mit dem Krystallisationsverfahren vereinigen. Sie verkochen nämlich den neuen Syrup und bringen die Melassen in die Krystallisationsgefäße. Dieses Verfahren, wobei in die Krystallisationsgefäße ein Syrup kommt, welcher bereits verkocht worden ist, bietet hinsichtlich der Qualität des Zukers größere Sicherheit dar; ich kann ihm jedoch meinen Beifall nicht schenken, weil ich es wenig rationell und nicht wohl mit den Principien einer guten Fabrikation übereinstimmend finde. Ich bin in der That überzeugt, daß wenn ein Saft gehörig Behufs des Verkochens behandelt, und diese Operation damit vorgenommen wurde, die Melasse, welche man damit erhält, einige Veränderungen erlitten