Text-Bild-Ansicht Band 33

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weßwegen man schwefelsaure Alaunerde zur Läuterung anwenden sollte, indem sie nur wie die Schwefelsäure allein wirken und ihre Alaunerde in dem Zeitpunkt der Arbeit, wo der Saft durchaus alkalisch seyn muß, keinen Nuzen gewahren kann. Howard, welcher zuerst den Gebrauch der Alaunerde bei der Bearbeitung des Zukers empfahl, wandte sie auf eine zwekmäßigere Art an; er bereitete sie aus Alaun, wodurch er sie, ich will nicht sagen wohlfeil, aber doch hinreichend rein erhielt, und gebrauchte sie bei der Raffinirung, wo der Syrup ohne Schwierigkeit durch sie entfärbt werden kann.

Aus der zur Läuterung angewandten schwefelsauren Alaunerde scheidet sich die Alaunerde in einem gallertartigen, und folglich in einem sehr verteilten Zustande ab, welcher die für diese Operation gebräuchliche Klarungsweise wenig begünstigt; auch mußte Hr. Derosne die Klärung durch Absezen aufgeben und zu dem Filtriren seine Zuflucht nehmen. Daß man aus schwefelsaurer Alaunerde seinen Zwek nicht erreicht (was ich mehreren Personen, die mich über diesen Gegenstand zu Rathe zogen, vorhergesagt hatte), ist jezt durch die Erfahrung erwiesen und der Erfinder scheint sie selbst, wenigstens zur Läuterung des Runkelrübensaftes, aufgegeben zu haben. Indessen hofft er, wie man noch sagt, durch sie die thierische Kohle ersezen zu können; dazu müßte man sie aber in reinem Zustande anwenden können; auch scheint es uns noch nicht erwiesen, daß sie eben so viel leistet, wie die thierische Kohle.

Bearbeitung des Schaumes.

Um aus dem Schaum und Absaz der Läuterungskessel die Flüssigkeit, welche sie enthalten, auszuziehen, pflegte man sie noch vor kurzer Zeit auf ein Filter zu bringen. Dieses Verfahren war langsam und immer sehr unvollständig, so daß dadurch wohl 5% des Saftes verloren gehen konnten: heute zu Tage bedient man sich hiezu der Pressen. Zu diesem Ende füllt man Säke aus starker und enggewobener Leinewand mit dem Safte an, verschließt sie, indem man einen festen Knoten daran macht und bringt sie, durch Flechten von einander getrennt, unter die Presse, die man allmählich wirken läßt; der Saft geht klar und schnell durch die Säke, worin nur ein trokner und wenig voluminöser Rükstand bleibt. Bei diesem Verfahren erhält man dem Volum nach ziemlich eben so viel geläuterten Saft, als man Saft zur Läuterung anwandte, da der Verlust durch das mit dem Kalk und der Schwefelsäure zugesezte Wasser wieder ausgeglichen wird.

Ich habe es zwekmäßig befunden, die mit Schaum gefüllten Säke vorher in ein enges, mit Weidengittern versehenes Filter zu bringen, wodurch sie mehr als die Hälfte ihres Saftes in wenigen Stunden ausgeben; bringt man sie sodann unter die Presse, so nehmen sie weniger