Text-Bild-Ansicht Band 33

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Raum ein, können besser hergerichtet werden und laufen schnell ab, indem die Flüssigkeit noch sehr heiß ist. Bei dieser Arbeit ist es zwekmäßig, den Schaum heiß anzuwenden, weil er sich dann schneller filtrirt und der Rükstand trokner ist.

Abdampfung (Concentration).

Das Abdampfen nimmt man in beweglichen oder feststehenden Kesseln über freiem Feuer vor; der Erfolg ist desto besser, je schneller es geschieht; aus diesem Grunde empfahl ich eine stufenförmige Abdampfungs-Batterie. Das Princip, auf welches diese Batterie gegründet war, entging mehreren unserer aufgeklärtesten Fabrikanten, wie den HHrn. Guilbert und Clémendot, Blanquet und Harpignies u.s.w. keinesweges; sie nahmen zwar die Einrichtung meiner Batterie nicht an, befolgen aber in der That ihr Princip; nachdem sie nämlich den Saft in mehreren Kesseln als eine dünne Schichte verbreitet haben, vereinigen sie ihn zu einer einzigen, sobald die Schichte sich so verringert hat, daß man befürchten muß, sie möchte anbrennen. Diese Bedingung war bei meiner Batterie wohl erfüllt, und ich weiß nicht, weßwegen man sie nicht annehmen wollte. Freilich waren bei dem Plane in meinem Werke zu viele Kessel; aber bei den Einrichtungen, die ich unlängst angenommen habe, und welche in diesem Jahre in mehreren Fabriken ausgeführt werden, beträgt die Anzahl der stufenförmig erhöhten Kessel nicht mehr als fünf oder sechs und man kann darin in 12 Stunden 60 Hektoliter Saft abdampfen. Man wird darin 500 Liter in einer halben Stunde concentriren können, und dieser Vortheil ist unschäzbar. Eine ähnliche Vorrichtung hatte Hr. Guillory zu Angeis angenommen, welcher in diesem Jahre hauptsächlich zu seiner eigenen Belehrung arbeitete und seine Zukerfabrik bloß mit Hülfe meines Werkes einrichtete und leitete; seine Producte sind so schön und gut, daß er sich vornahm, eine Fabrik nach einem großen Maßstabe aufzubauen.

Die HHrn. Blanquet und Harpignies haben flache, lange, in der Mauer befestigte und mit Hähnen versehene Abdampfungskessel. Dieser Apparat leistet gute Dienste und ich glaube, daß solche Kessel, stufenförmig erhöht und mit gut eingerichteten Oefen versehen, zum Abdampfen am geeignetsten wären.

In vielen Fabriken hat man die Abdampfungskessel mit Dampf erhizt; es scheint aber nicht, daß man Brennmaterial erspart und einen besseren Syrup erhalten hat. Bei meinen Versuchen zeigte sich kein Unterschied in der Farbe des Syrups, er mochte über freiem Feuer oder mit Dampf concentrirt worden seyn. Nach den verläßlichsten Nachrichten, welche ich mir verschaffen konnte, werden durch die Verbrennung eines Kilogramms Kohle bei der Dampfheizung nur 2 bis 3 Kilogr.